Handball
Löwen: Müder Kopf und langsame Beine
Manchmal fällt die Erklärung leicht. „Wir waren heute einfach von den Beinen nicht da“, sagte Martin Schwalb. Der Trainer der Löwen versuchte während der Partie mehrfach, so auf seine Spieler einzuwirken, um die drohende Niederlage abzuwenden. Es konnte nicht klappen, weil die Akteure nicht in der Lage waren, ein Mittel gegen die eigene Müdigkeit zu finden. „Wir haben in der Abwehr die Seitwärtsbewegung nicht hinbekommen und waren nicht aggressiv genug“, erklärte der Handballlehrer.
Nach dem Kraftakt am Dienstag in der European League gegen Nasice und dem Auswärtserfolg in der Liga nur zwei Tage später in Melsungen reichte die Zeit bis Ostersonntag nicht, um die Erschöpfung loszubekommen, die sich in den Köpfen ausgebreitet hatte. Von dort aus strahlte sie in die Muskeln aus, und das sorgte dafür, dass die Löwen gegen das Tempospiel der Wetzlarer kein Mittel fanden – obwohl der Wille da war, die positiven Resultate der vergangenen Wochen fortzusetzen.
Mental nicht bereit
„Wir haben zu viele Fehler gemacht und verdient verloren“, sagte Jannik Kohlbacher. Der Kreisläufer wehrte sich wie seine Kollegen nach Kräften, aber Kohlbacher konnte an alter Wirkungsstätte die Pleite nicht verhindern. Nur ganz zu Beginn waren die Löwen auf Kurs, nach sieben Minuten führten sie 5:3 und hatten mehrfach die Gelegenheit, den Vorsprung weiter auszubauen. Doch in dieser Phase deutete sich bereits an, was später offensichtlich wurde: Mental waren die Schwalb-Schützlinge nicht bereit, machten deshalb viele technische Fehler und die wurden von den Mittelhessen konsequent ausgenutzt.
Es war kein Problem der Einstellung, denn die Badener suchten die komplette Spielzeit über einen Weg, die Partie zu drehen, aber die Suche blieb erfolglos. Nach dem 7:10 kämpften sich die Löwen auf 10:10 heran (22.), gerieten dann aber anschließend schnell wieder in Rückstand. Nach der Pause wuchs der Vorsprung der HSG schnell auf fünf Treffer an (24:19, 39.), und fortan gelang es den Löwen nicht mehr, ihn deutlich zu verringern.
Erst in der Schlussminute verkürzten sie auf zwei Treffer zum 32:34. Immerhin bekommen Schwalb und seine Spieler jetzt ein paar Tage zur Erholung, ehe es am Donnerstag in der Liga gegen Nordhorn weitergeht.
So spielten sie
HSG Wetzlar: Klimpke, Ivanisevic - Cavor (4), Forsell (5), Rubin (8) - Björnsen (5), Holst (6) - Lindskog (1) - Srsen, Hennigsson, Mirkulovski, Weißgerber (2/2), Fredriksen (3), Gempp, Mellegard
Rhein-Neckar Löwen: Palicka, Katsigiannis - Lagergren (6), Schmid (4), Nilsson (2) - Groetzki (3), Gensheimer (1) - Kohlbacher (6) - Veigel, Kirkelökke (2), Lagarde (2), Patrail, Tollbring (6), Ahouansou, Gislason, Nielsen
Spielfilm: 3:5 (7.), 7:5 (13.), 10:10 (22.), 18:15 (Hz.), 24:19 (39.), 28:23 (44.), 33:28 (54.), 34:32 (Ende) - Strafzeiten: 3/2 - Siebenmeter: 4/2 - 2/0 - Beste Spieler: Rubin, Forsell - Tollbring, Kohlbacher - Schiedsrichter: Kinzel/Grobe (Bochum/Braunschweig).