Handball
Länderspiel gegen Bosnien findet statt
Bei der Video-Pressekonferenz am Dienstagmittag um 15 Uhr war neben Torhüter Johannes Bitter auch Sportvorstand Axel Kromer dabei. Kromer hatte, so berichtete er, sein Handy direkt vor sich liegen. Kromer wollte sofort mitbekommen, wenn die hohen Herren in Wien ihre Entscheidung mitteilen. Er musste dann aber bis kurz nach 18 Uhr warten. „Eine Absage wäre für uns ein harter Schlag mit Blick auf die Zukunft“, sagte der 43-Jährige. Bosnien-Herzegowina bat um eine Verlegung. Das Team hat etliche Corona-Fälle, sieht sich nicht schlagkräftig genug. Die EHF sah aber keine „formale Basis“ für den Antrag der Bosnier.
Immenser Termindruck
Kromer nannte vor allem den immensen Termindruck als Grund dafür, auch unter den schwierigen Umständen spielen zu wollen. Klar: Es gab den verschobenen Saisonstart in der Bundesliga. Das Final Four in der Champions League ist erst Ende Dezember, da ist die WM im Januar, die Qualifikation für die Olympischen Spiele und die Olympischen Spiele selbst. „Es wäre schwer zu ertragen, den Termin nicht zu nutzen“, sagte Kromer. Es sei alles getan worden, um die Risiken klein zu halten.
Torhüter Johannes Bitter informierte, dass in der Mannschaft durchaus diskutiert wird. „Wir alle stellen uns Fragen, ist das nun notwendig, sinnvoll. Aber jetzt, da wir bei der Nationalmannschaft sind, fühlt es sich richtig an, dabei zu sein. Wir haben den Eindruck, dass alles Menschenmögliche gemacht wurde“, erklärte der 38-jährige Torhüter des TVB Stuttgart, der vor der letzten EM sein Comeback feierte.
Gislason sehr motiviert
Gestern war das erste Training mit Coach Alfred Gislason. „Alfred war sehr motiviert“, sagte Bitter schmunzelnd. Zwei Stunden standen die Spieler auf dem Feld. Bitter glaubt, dass die Mannschaft einige „Basics“ hat, um das Spiel gegen Bosnien-Herzegowina erfolgreich zu gestalten. Der Torhüter wurde gestern auch auf die WM in Ägypten im Januar angesprochen. Er meinte: „Es ist leichter, eine WM an einem Standort durchzuführen als nun die Qualifikationsspiele, bei denen man viel reisen muss.“
Wie kompliziert die ganze Lage ist, sieht man am Beispiel Christian Dissinger. Der Rückraumspieler muss sein Comeback aufschieben, da es im Umfeld seines Vereins RK Vardar Skopje weitere Corona-Fälle gab. Man kam am Montagabend überein, dass Dissinger trotz seiner bisher negativen Corona-Tests wieder die Heimreise nach Nordmazedonien antritt.
Neun Fälle in Leipzig
Und: Aufgrund von jetzt neun Coronavirus-Fällen beim SC DHfK Leipzig werden zwei Bundesliga-Spiele verlegt. Gegen TuSEM Essen und HBW Balingen-Weilstetten.