Fussball
Kommentar zur Champions League: Das Duell Deutschland gegen Frankreich
Und wir dachten, wir hätten den absoluten Höhepunkt schon erlebt. Wir dachten, dass das 7:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im WM-Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien nicht mehr zu toppen ist.
Und dann kam der Freitag, dann kam der FC Bayern, der den FC Barcelona mit 8:2 im Champions-League-Viertelfinale schlug. Sicher: Das 7:1 war noch eine Spur surrealer als das 8:2, an Wucht und Wirksamkeit steht der Bayern-Erfolg dem WM-Coup in Belo Horizonte 2014 aber in nichts nach.
Guardiola zu kopflastig
England. Italien. Spanien. Die Vertreter der bedeutenden europäischen Ligen (neben der Bundesliga) sind nur noch in der Zuschauerrolle. Das verblüfft ein bisschen. Real Madrid und Juventus Turin sind im Achtelfinale früh gescheitert. Aber gerade Manchester City schien reif für den großen Schlag. Wieder einmal. Und ist wieder einmal gescheitert, weil Maestro Pep Guardiola sich wieder einmal irrte, zu kopflastig die Taktik änderte, zu viel Sicherheit einbaute und seiner Mannschaft Elan und Kreativität raubte. „Geht’s raus und spielt Fußball“, mehr braucht es doch nicht bei der Klasse dieser Mannschaft. Pep Guardiola – der Glanz verblasst. Die Herren Rudi Garcia, Julian Nagelsmann, Hansi Flick und Thomas Tuchel haben ihm die Show gestohlen.
Bayern jetzt Titelfavorit
Die Bayern sind nach dem magischen Abend von Lissabon in die Favoritenrolle geschlüpft, auch Paris Saint-Germain wird nach dem späten 2:1 gegen Atalanta Bergamo im Viertelfinale beschwingt auftreten. Die Außenseiter Olympique Lyon und RB Leipzig stehen zu recht im Halbfinale dieses Champions-League-Blitzturniers, das großartigen Fußball zeigte, aber hoffentlich eine einmalige Geschichte bleibt.