Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar: Eine gefährliche Wundertüte – auch für die Adler

Das Adler- Trainerteam: Pavel Gross (rechts) und Mike Pellegrims.
Das Adler- Trainerteam: Pavel Gross (rechts) und Mike Pellegrims.

Die Adler Mannheim haben ihre Rolle als Titelfavorit eindrucksvoll bestätigt. Aber die entscheidende Saisonphase der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) birgt Tücken.

Quasi in vorauseilendem Gehorsam notiert die DEL ihre Tabellen in dieser außergewöhnlichen Saison von Beginn an schon nach der Quotientenregel – Punkte geteilt durch absolvierte Spiele. Nach den coronabedingten Ausfällen beim Testlauf Magenta-Sport-Cup war die Sorge groß, dass am Ende nicht alle Teams auf die gleiche Anzahl Partien kommen könnten. Bisher aber arbeitet sich die Liga wacker durch die Pandemie. Trotzdem ist der Quotient der Adler vielsagend-hilfreich: 2,417. Also: Im Schnitt gewinnt der Meister von 2019 seine Spiele nach 60 oder eben 65 Minuten beziehungsweise im Penaltyschießen. Und selbst 0:3-Rückstände – wie am Freitag in Ingolstadt – sind kein Grund zur Kapitulation.

Eine besondere Mentalität

Die Adler anno 2020/21 paaren trotz großer Verletzungsprobleme das kultivierte und laufintensive Konzept ihres Trainers Pavel Gross mit der besonderen Mentalität des Meisterteams von 2015. Zur Erinnerung: Damals verkündete Meistermacher Geoff Ward, dass er der Mannschaft natürlich auch mal eine Niederlage zugestehe. Aber eben nicht zwei verlorene Spiele in Folge.

Diese Play-offs sind tückisch für Favoriten

Eine Einstellung, die ab 20. April noch wichtiger werden kann als damals. Pavel Gross findet den buchstäblich etwas verqueren Corona-Modus mit zwei Regionalgruppen angesichts der Umstände okay, aber die Aussicht auf abgespeckte Play-offs betrübt ihn. Die entscheidende Saisonphase droht zur gefährlichen Wundertüte für Favoriten zu werden. „Best of three“ bis ins Finale – das heißt: Zwei Siege statt vier reichen schon zum Weiterkommen. Selten war die Chance auf einen Überraschungsmeister so groß. Zwei Niederlagen in Folge bedeuten in diesen Play-offs schlichtweg das Aus. Umso wichtiger, dass sich die Mannheimer nicht nur auf ihr Können und ihre Könner verlassen.

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