Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Kommentar: David Alaba – der bajuwarische Alleskönner

Liebkosungen von Trainer zu Spieler: Hansi Flick tätschtelt David Alaba.
Liebkosungen von Trainer zu Spieler: Hansi Flick tätschtelt David Alaba.

Double-Gewinner FC Bayern München muss einen Wechsel des österreichischen Nationalspielers unbedingt verhindern. Nicht nur der sportlichen Leistung wegen.

Hansi Flick wollte David Alaba gar nicht mehr loslassen. Der Trainer des FC Bayern knuddelte den Österreicher lange und intensiv und redete auf seinen Schützling ein. Zum Bedauern aller Lippenleser der Republik verdeckte Alabas Kopf das Haupt seines Übungsleiters. So lässt sich nur spekulieren, wie der Dialog abgelaufen sein könnte. Flick: „David. David! Du bist so stark. Du bist Bayern. Du darfst nicht gehen, hörst du? Du darfst nicht gehen!“ Alaba, während er Flick mit der flachen Hand auf den Hinterkopf patschte: „Dräiner, mach di locker. I waas doch. I waas. Basst scho.“

So einfach ist’s nicht. Um David Alaba, diesen Freistöße zwirbelnden, innen verteidigenden Linksdraußen-Mittelfeldsechser, diesen eierlegenden Wollmilch-Profi, rankt sich das Gerücht eines Wechsels. Und den müssen die Bayern mit aller Macht verhindern. Auch im Berliner Finale gegen Bayer Leverkusen bewies Alaba seine Güteklasse. Ein Zungenschnalzer das 1:0. Schritt, Schritt, Schuss – Tor. Doch nicht allein die Leistung auf dem Rasen macht ihn unverzichtbar.

Längst prägt Alaba eine Epoche

So sehr der FC Bayern Spieler von Weltformat zukaufen muss, um das Kaderblut aufzufrischen und das höchste Ziel, den Königsklassen-Pott, zu erstreiten, so sehr braucht er zur Wahrung seiner Identität auch bajuwarisch geprägte Mannsbilder, von denen es in der Mannschaft nur mehr wenige gibt. Thomas Müller ist der eine, Alaba der andere. Mit 16 kam er zum FC Bayern, nebst einer kurzen Leihe gen Hoffenheim spielte er ununterbrochen für den Rekordmeister. Er prägt längst eine Epoche. Die Laufbahn dort zu beenden, wo sie begonnen hat – das wäre in diesen Zeiten eine höchst erfreuliche Ausnahme. Nicht nur für den FC Bayern, für die gesamte Bundesliga.

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