Fussball
Kommentar: Das neue Konstrukt ist sehr fragil
Also Jürgen Klopp freut sich schon mal auf die Fortsetzung der Champions League. „Es ist super, superspannend. Weil es so viele unterschiedliche Situationen gibt. Alle Mannschaften, die noch drin sind, haben eine relativ gute Chance“, meinte der Meistertrainer des FC Liverpool. Alle Mannschaften haben eine relativ gute Chance – nicht jedoch Jürgen Klopp und der FC Liverpool, der Titelverteidiger, der gegen Atlético Madrid im Achtelfinale den Kürzeren zog. Und so ist nachweislich kein richtiger Favorit in dem Feld auszumachen.
Das ganze Konstrukt ist ja sowieso sehr fragil: Bei Real Madrid hatten sie gerade einen Corona-Fall, vor Reisen nach Barcelona wird gewarnt. Verletzungen wie die von Kylian Mbappé bei Paris St. Germain oder Benjamin Pavard beim FC Bayern München sind schnell passiert. Und wer kommt mit den Bedingungen, die das Coronavirus diktiert, am besten zurecht? Die Geschichte in Lissabon ist ein Balanceakt.
Überdies: Die Regel mit Hin- und Rückspiel fällt für die zwölftägige K.o.-Runde in Lissabon flach. Ein Moment der Unachtsamkeit während der 90 Minuten, ein Geniestreich des Gegners, und der Traum vom großen Coup kann schon passé sein.
Ein Gerichtsurteil als Katalysator?
Für Schlagzeilen Mitte Juli sorgte Manchester City, konkreter: der internationale Sportgerichtshof CAS, der die zweijährige Sperre durch die Uefa für den englischen Top-Klub aufhob. Manchester City sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, gegen die Regeln des Financial Fair Play verstoßen zu haben. Die Rolle rückwärts bei dem Urteil fanden viele nicht gut, auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Alle gegen einen: Womöglich gibt das alles Manchester City noch den entscheidenden Push für Lissabon, sollte die Mannschaft die Achtelfinal-Aufgabe Real Madrid lösen können. Im vergangenen Frühjahr platzten die Träume von Manchester City nach einem atemberaubenden Spiel gegen Tottenham Hotspur.