Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel John Degenkolb – eine Herzensangelegenheit

John Degenkolb im September in Frankfurt.
John Degenkolb im September in Frankfurt.

Erstmals seit 2019 steigt das Rennen „Eschborn – Frankfurt“ wieder an einem 1. Mai. John Degenkolb möchte das Rennen noch einmal gewinnen. Warum er sich mit dem Klassiker ganz besonders identifiziert.

John Degenkolb hat seinen Traum noch nicht aufgegeben. Der in Oberursel beheimatete Radprofi möchte nach seinem ersten Triumph 2011 noch einmal das traditionelle Frankfurter Radrennen gewinnen, das früher als „Rund um den Henninger Turm“ firmierte und mittlerweile den knappen Titel „Eschborn – Frankfurt“ trägt.

2009 und 2010 siegte Degenkolb

In diesem Jahr kann der 33-Jährige dafür wieder am 1. Mai in den Sattel steigen. Die Organisatoren um den Sportlichen Leiter Fabian Wegmann, der 2009 und 2010 selbst als Sieger über die Ziellinie vor der Alten Oper fuhr, zeigten sich bei einer Pressekonferenz acht Wochen vor dem gewohnten Termin zuversichtlich, dass das Event, das nicht nur die Berufsfahrer, sondern auch den Nachwuchs und zahlreiche Breitensportler bewegt, zum ersten Mal seit 2019 wieder am Tag der Arbeit stattfindet.

2020 war das Finale der Frühjahrsklassiker der Coronavirus-Pandemie zum Opfer gefallen, 2021 musste es aus gleichem Grund in den September verschoben werden. Lokalmatador Degenkolb, der sich mit keinem anderen Rennen so wie mit diesem identifiziert, wurde im Schlusssprint knapp vom Belgier Jasper Philipsen geschlagen. In diesem Jahr werden es 185 Kilometer mit den berüchtigten Anstiegen am Mammolshainer und am Feldberg im Taunus sein, die die Ausdauerathleten hinter sich bringen müssen.

Neuer Kapitän

Degenkolb wird sie als neuer Kapitän des Teams DSM zurücklegen, in dem er, als dieses noch Giant-Alpecin hieß, 2015 die Klassiker Mailand – Sanremo und Paris – Roubaix gewann. Die zahlreichen Jungprofis an seiner Seite geben ihm ein gutes Gefühl. „Ich habe nicht mehr so viel Druck auf meinen Schultern“, sagt der Routinier, der sich auch in einer Art Ausbilderfunktion und als Ratgeber für die ambitionierten Talente sieht.

Für drei Jahre hat er sich an die Mannschaft gebunden, hat gleich in diesem Jahr Neues ausprobiert. Vor dem nach hinten verschobenen Saisonstart weilte er drei Wochen auf Teneriffa im Höhentrainingslager, in einer Unterkunft mit Selbstversorgung. „Survival-Camp“, nennt der Familienvater das. Vor dem 1. Mai will er bei den Frühjahrsklassikern in Italien und Frankreich starten. Auch auf die Tour de France hat er es abgesehen. Der 1. Mai jedoch bleibt eine Herzensangelegenheit für Degenkolb, der die Strecke von allen Fahrern am besten kennt, weil er Teile davon täglich nach Belieben in sein Training einbauen kann.

Viele Punkte sind zu gewinnen

20 Teams werden am Start stehen. Wegmann hofft auf möglichst viele aus der World Tour, zumal es keinen Konkurrenztermin und viele Punkte zu gewinnen gibt. Erstmals müssen die erstklassigen Mannschaften um den Klassenerhalt kämpfen.

Nicht mit dabei sein wird das Team Gazprom-Rusvelo. Wegen des Angriffs auf die Ukraine hat der Weltverband UCI alle russischen und weißrussischen Teams von seinen Wettbewerben ausgeschlossen. Profis aus diesen Ländern, die für andere Mannschaften starten, sind nach aktuellem Stand nicht von der Sperre betroffen. Wegmann betont, man würde sich nach der geltenden UCI-Regelung richten.

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