Sport In der Höhenluft am vorläufigen Tiefpunkt

La Paz. Argentinien ist geschockt – nach der 0:2-Niederlage in Bolivien droht das Nationalteam um Superstar Lionel Messi erstmals seit 1970 eine Fußball-WM zu verpassen.
Entsprechend niedergeschlagen schlurfte Lionel Messi in kurzer Hose und Trikot über den Rasen des Stadions Hernando Siles. Spielen durfte er in La Paz nicht. Es ist ein Tiefpunkt in der so großen Karriere. Anders als beim FC Barcelona hat er in Argentiniens Nationalelf kein Glück. Wenige Stunden vor der Partie in Bolivien war er von der Fifa für vier Spiele gesperrt worden, weil er den Schiedsrichter-Assistenten im vorangegangenen Spiel gegen Chile obszön beleidigt haben soll. Nun musste Messi hilflos zusehen, wie das mit Stars gespickte Team gegen den krassen Außenseiter am Dienstagabend mit 0:2 in der dünnen Luft von La Paz unterging. Er schaute die Partie frustriert auf einem Fernseher in der Kabine. Da Messi nur noch beim letzten WM-Qualifikationsspiel in knapp 200 Tagen gegen Ecuador dabei sein kann, verschlechtern sich die Aussichten auf eine WM-Teilnahme enorm. Als derzeit Fünfter (22 Punkte) müsste Argentinien in einen Play-off-Vergleich mit einem Team aus Ozeanien. Denn auch Kolumbien, Uruguay und Chile liegen vor den „Gauchos“. Kolumbien zog durch ein 2:0 in Ecuador und Chile durch ein 3:1 gegen Venezuela vorbei. Aber selbst der fünfte Platz könnte ohne Messi in Gefahr geraten: Das nächste Spiel Ende August in Uruguay ist eine schwere Aufgabe und hinter Argentinien lauern Ecuador (20), Peru und Paraguay (beide 18). In der Heimat wird der Druck auf Coach Edgardo Bauza immer größer. Doch der 59-Jährige ist von der Qualifikation überzeugt: „Wir leben noch“, betonte er. „Der Kampf geht weiter.“ Da bis zum nächsten Spiel fünf Monate Zeit sind, wäre ein Trainerwechsel wenn, dann wohl jetzt sinnvoll. Spekuliert wird vor allem über Jorge Sampaoli vom FC Sevilla – aber der würde eine Millionenablöse kosten, und der Verband ist sehr klamm. Messi musste in 3600 Metern Höhe ansehen, wie die Kollegen einen recht ideenlosen Auftritt gegen spielerisch limitierte, aber leidenschaftlich kämpfende Bolivianer hinlegten. „Bo-Bo-Bo“, „Li-Li-Li“, „Via-Via-Via“ - „Viva Bolivia“, schallte es aus den Kehlen der 42.000 Fans. Der Sieg dämpfte auch den Ärger der Schwarzmarkthändler, denen wegen des Fehlens von Lionel Messi ein gutes Geschäft am Stadion entgangen war. Juan Arce (31. Minute) und Marcelo Moreno Martins (52.) erzielten die Tore für Bolivien. |dpa