Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Großes DOSB-Team für Tokio bleibt ein Traum

Danke, das war’s – Georg Grozer beendet mit dem 0:3 gegen Frankreich seine Karriere für Deutschland.
Danke, das war’s – Georg Grozer beendet mit dem 0:3 gegen Frankreich seine Karriere für Deutschland. Foto: dpa

Die stimmungsgeladene Heimkulisse in Berlin half den Männern gar nicht, und im Hexenkessel in Apeldoorn, den türkische Fans zum Dampfen brachten, verbrannten sich die Frauen die Finger: Die beiden deutschen Volleyballmannschaften verpassten das Ticket nach Tokio. Die virtuelle Olympiamannschaft des Deutschen Olympischen Sportbundes schrumpft und schrumpft und schrumpft.

Unvergessen: Im Earls Court von London begeisterten die Volleyballer 2012, belegten am Ende den fünften Platz. Damals schon ballerte „Hammerschorsch“ Grozer die Jungs mit seinen Schmetterbällen auf einen Höhenflug. Und in den Pressekonferenzen im Deutschen Haus glänzten die Jungs um Trainer Vital Heynen ebenso. Eine sympathische Truppe, schon damals.

Die Frauen waren letztmals 2004 bei einem Olympischen Turnier – in Athen wurden sie Gruppenfünfte, geführt vom koreanischen Coach Lee Hee-wan. Auch sie waren heuer olympiatauglich. Aber: Beide Teams verloren bei den Qualifikationsturnieren ihre Endspiele: 0:3 gegen Frankreich, 0:3 gegen die Türkei. Aus der Traum von Olympia. Ein Einschnitt.

Verband trotzdem stolz auf die Mannschaften

„Insgesamt sind wir super stolz, weil beide Teams ein sehr, sehr gutes Turnier gespielt haben, beide vielleicht auch das bessere Turnier gespielt haben als ihre Finalgegner“, sagte Sportdirektor Christian Dünnes nach dem Aus der Frauen am Sonntag in Apeldoorn. „Wir haben uns da selber übertroffen und einige Teams geschlagen, die in der Weltrangliste deutlich vor uns sind. Auf jedem anderen Kontinent wären beide Teams dabei gewesen, das hilft uns aber nichts“, meinte Dünnes über das harte Qualifikationsverfahren in Europa. „Insgesamt waren wir so nah dran wie schon lange nicht mehr. Das gibt uns mit dieser Mannschaft Mut für die Zukunft“, meinte Bundestrainer Felix Koslowski über seine Frauen-Mannschaft.

Bisher Hockeyteams und Fußballer in Tokio dabei

Die Konsequenz für den Deutschen Olympischen Sportbund: Er kommt billiger weg, muss weniger Tickets für Tokio buchen. Nur: Will er das? Nein. Er hätte liebend gerne die Volleyballer in Tokio gesehen, so aber wird es garantiert kein Rekordteam im Land der aufgehenden Sonne geben. Denn es sieht nicht rosig aus: Nur drei deutsche Teams sind sicher qualifiziert – die beiden Hockey-Nationalteams (die Damen 2004 Olympiasieger, die Herren 2008 und 2012) sowie die Fußballer. Das Frauenteam, in Rio de Janeiro Olympiasieger, schied ebenso aus wie die Basketballerinnen und die Handballerinnen.

Auch wenn sie jetzt nicht Europameister werden, haben die Handballer vom 17. bis 19. April in Berlin eine letzte Chance, das Olympiaticket zu holen. Minichancen haben beide Wasserballmannschaften, raus sind die Rugby- und Baseball/Softball-Teams. Ruhen die Hoffnungen im Beachvolleyball. Und da haben deutsche Duos schon gezeigt, dass sie die erste Geige spielen können.

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