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Großer Preis in Zweibrücken: der magische Schnäppchenjäger
Alvediston erarbeitete sich während des Rennens über 1800 Meter einen riesigen Vorsprung. Auf der Zielgeraden kam Saguaro noch stark auf. Doch der in Iffezheim von Conny Whitfield betreute achtjährige Wallach mit Stefanie Hofer im Sattel kam nicht mehr heran und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Alvediston wird betreut in Weilerswist vor den Toren Kölns von Christian Freiherr von der Recke, dem Vater der Siegreiterin. Er sagte: „Ich bin heute hier, um ein rundes Jubiläum zu feiern.“
Dieser Wunsch wurde ihm schon im ersten Galopprennen des Tages erfüllt. Die Belgierin Anna van den Troost brachte seinen siebenjährigen Wallach Cabot Cliffs in einer Prüfung der Kategorie F über die Steherdistanz von 2400 Meter als erstes Pferd über die Ziellinie. Es war der 2200. Lebenssieg für den 64 Jahre alten, bodenständigen und stets zu einem Gespräch bereiten früheren Geschäftsführers einer Fleischfabrik.
„Magier aus Weilerswist“
Nur der Bremer Andreas Wöhler und Mario Hofer aus Krefeld konnten von den aktiven Trainern mehr Siege erringen. Der zehnjährige Oldie Master Debonair sorgte für den dritten Tageserfolg des „Magiers aus Weilerswist“, der damit die Hälfte aller Galopprennen des Tages für sich entscheiden konnte. Den Beinamen bekam er in der Szene verliehen für das äußerst erfolgreiche Management seiner Vollblüter.
Er reist häufig zu Auktionen auf die englische Insel, hat dort schon manches Schnäppchen gemacht und ihn dann zum Seriensieger geformt. Durch genaues Studium der Ausschreibungen findet er außerdem in ganz Europa immer wieder Rennen, in denen seine Schützlinge bestens aufgehoben sind. Von Spanien bis Irland – der „Magier“ hat schon in nahezu jedem Land Europas Sieger vom Geläuf geholt.
Viele seiner Kollegen aus den großen Ställen des Westens hatten Starter nach Zweibrücken entsandt, dies sorgte für hohe sportliche Qualität. Doch sie ließen sich durch ihre Assistenztrainer oder Reisefuttermeister vertreten. Der immer korrekt und fein gekleidete „Magier“ reist immer selbst an, deshalb kennt ihn jeder aus der Rennsportgemeinde des Südwestens. Ohne seine Pferde wäre so mancher Renntag in Billigheim, Mannheim oder Honzrath nicht möglich gewesen.
Mit Herzblut am Mikrofon
Die Ehre der lokalen Trainergilde rettete Jochen Göritz aus Blieskastel. Sein neunjähriger Wallach Feroe d’Illiat gewann mit dem italienischen Jockey Concetto Santangelo die Abschlussprüfung.
Nicht in den Sattel stieg Marie Hannibal. Dennoch war sie eine Gewinnerin des Tages. Am Mikrofon sorgte sie mit viel Herzblut und Fachwissen für eine erfrischende Moderation, die die Insider und Neulinge in gleichem Maße ansprach. Das Echo in den sozialen Medien war überwältigend. Trotz Regen- und Hagelschauern kamen 1800 Fans, sie sorgten für einen sehr zufriedenstellenden Wettumsatz von 58.000 Euro.
Geschäftsführer Klaus Wilhelm zog ein positives Fazit: „Die Organisation im neuen Team aus alten Hasen und jungen Einsteigern hat bestens funktioniert.“ Das nächste Mal öffnen sich die Boxen am 23. Juni. Das Rennen in Zweibrücken war mit 7500 Euro dotiert.