Sport Fußball: Auch der FCK steht kopf – die Coronavirus-Pandemie ändert alles
Einfache Antworten gibt es selten. Nicht was die Zukunft des 1. FC Kaiserslautern angeht – und schon dreimal nicht in den Zeiten der Coronavirus-Krise, die gerade unser ganzes Leben auf den Kopf stellt.
Wann wirklich wieder Fußball gespielt werden kann, ist nicht vorherzusagen. In der Dritten Liga gibt es bis 30. April definitiv keine Begegnungen. Deshalb hat der FCK seine Profis bis 19. April heimgeschickt – mit Hausaufgaben im Gepäck. Wie Homeoffice eines Berufsfußballers aussehen kann, hat Fortuna Düsseldorfs Stürmer Rouwen Hennings schon vor einigen Tagen als einer der Ersten in den Sozialen Netzwerken publiziert. Da ist der erfahrene Torjäger, der am 4. Februar beim 5:2-Sieg der Fortuna im DFB-Pokal-Achtelfinale beim FCK zweimal traf, im Garten zu sehen. Der 32-Jährige umkurvt mit dem Ball am Fuß Slalomstangen und schießt auf die nebeneinander aufgestellten kleinen Tore. Mittendrin: ein Hund und ein Kind. Es ist ungewohnt, das, was man sonst meist auf einem beispielsweise 105 x 68 Meter großen Rasen macht, in deutlich engerem Rahmen zu tun.
Ex-FCK-Stürmer positiv getestet
Aber da müssen gerade alle Profifußballer in Deutschland durch – ob als Hausaufgabe oder unter Quarantäne. In die häusliche Isolation muss sich der im saarländischen Merzig geborene Ex-FCK-Nachwuchsstürmer Valdrin Mustafa begeben. Der 22-Jährige, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde, ist Teil des Regionalligateams Hannover 96 II. Mustafa hat für die U23 der Hannoveraner in 17 Saisonspielen sechs Tore erzielt. Nun steht mit ihm seit gestern das komplette Team unter Quarantäne. Die Zweitligaprofis der 96er sind wegen zweier Corona-Fälle schon seit einer Woche in häuslicher Isolation. Der FCK indes hat, wie nun sehr viele Drittligisten, seine Profis und Büro-Mitarbeiter vorerst in Kurzarbeit geschickt. Dabei schließt der Arbeitgeber individuelle Vereinbarungen mit seinen Angestellten über die Höhe der Gehaltseinbußen. Von der Netto-Kürzung gleicht die Agentur für Arbeit dem Angestellten 60 Prozent aus – bei Mitarbeitern mit Kindern sind es 67 Prozent. Zudem gibt es Zuschüsse zu den Sozialversicherungsbeiträgen.
FCK-Profis solidarisch mit ihrem Klub
Beim FCK hat nach RHEINPFALZ-Informationen jeder Profi den Gehaltskürzungen zugestimmt und Solidarität mit dem verschuldeten Klub gezeigt. „Es war eine sehr große Bereitschaft da, den Arbeitgeber zu unterstützen“, sagt FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. Wie sich Dauerkarteninhaber und Werbepartner hinsichtlich ihrer Ansprüche verhalten werden, werden die kommenden Wochen zeigen. Auch davon hängt die Existenz vieler Dritt- und Regionalligisten ab. Eine entscheidende Frage, die die gesamte Gesellschaft in den nächsten Monaten umtreiben wird: Inwieweit ist jeder einzelne finanziell in der Lage und bereit, auf einen Teil des ihm vertraglich oder gesetzlich Zustehenden zu verzichten? Im Sinne der Solidarität für das große Ganze.
