1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK vor Spiel in Bielefeld: Auf der Alm da gibt’s nur Sünd’

Freiflug nach unten? Arminen-Torhüter Martin Fraisl ist von der Situation genervt.
Freiflug nach unten? Arminen-Torhüter Martin Fraisl ist von der Situation genervt.

Arminia Bielefeld, nächster Gastgeber des 1. FC Kaiserslautern, wollte den Abstieg in die Zweite Bundesliga sofort revidieren. Doch aktuell sind die Ostwestfalen Letzter.

Einmal im Jahr verleiht der FC Play Fair allen 36 Erst- und Zweitligisten Zeugnisse. Die Organisation mit Sitz in Böblingen zensiert die Nachhaltigkeitskonzepte der Klubs. Arminia Bielefeld wurde heuer eine gute und glaubwürdige Strategie attestiert. Nachhaltigkeit sei ein zentraler Baustein der Vereins-DNA. Im Jahr zuvor hatte der gemeinnützige FC Play Fair nur ein „durchwachsenes Bild“ gezeichnet. Die Ostwestfalen haben demnach eine positive Entwicklung vollzogen. Ganz im Unterschied zu ihrer sportlichen Performance.

Mit gerade mal elf Zählerchen nach 14 Spieltagen reiht die Arminia sich in der Rangliste der schwächsten Bundesliga-Absteiger der eingleisigen Zweitliga-Geschichte auf dem geteilten dritten Platz ein, allein der FC St. Pauli (2002/03, neun Punkte) und Fortuna Düsseldorf (1992/93, zehn) waren schlechter. Beide Teams wurden direkt in die nächsttiefere Spielklasse durchgereicht. Es existieren sechs weitere Beispiele für diese Schicksale, zuletzt ereilte es den SC Paderborn.

Defizite erschüttern den Trainer

Der Trainerwechsel von Uli Forte zu Daniel Scherning hat noch nicht gefruchtet. Nach dem 0:1 beim vormaligen Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth zeigte Scherning sich ernüchtert: „Es war uns vorher klar, aber heute ist es noch mal deutlich geworden: Es geht in dieser Saison nur um den Klassenerhalt.“ Die Defizite erschütterten Scherning: „Wir waren nicht gierig, nicht griffig, haben keine zweiten Bälle gewonnen.“ Übersetzt: alle Tugenden vermissen lassen, die für den Abstiegskampf vonnöten sind. Vor allem beim entscheidenden Gegentor sei dies zutage getreten. „Wir können den Ball dreimal klären“, grollte Scherning.

Noch deutlicher wurde Torwart Martin Fraisl: „Wir hatten einen guten Plan, haben den aber von Anfang an gar nicht umgesetzt bekommen. Wir waren schlampig bei der Ausführung, nicht aggressiv genug. Und die Situationen, die wir im Ansatz hatten, haben wir schlecht fertig gespielt.“ Fraisl kann sich Kritik erlauben. Im aktuellen Ranking des „Kicker“ belegt er unter allen Keepern Platz vier. Fraisl ist genervt: „Ich will nicht Letzter sein. Das ist scheiße, da gehört Arminia Bielefeld nicht hin.“

Besserung nicht in Sicht

Der Umbruch nach dem Sturz aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs war gewaltig. 22 Spieler verließen den Klub, als prominentester gewiss Torhüter Stefan Ortega, der beim englischen Meister Manchester City anheuerte. Neunmal hat die Arminia verloren, öfter als alle anderen Teams. Im Pokal ließ sich die Elf vom VfB Stuttgart aus dem Stadion schießen. 0:6, ein Debakel erster Güte.

Die Lage ist misslich, und Besserung ist nicht in Sicht. Fabian Klos stürmt seit zwölf Jahren für die Arminia. Er zeichnet ein tristes Bild für die nähere Zukunft. „Die Situation ist scheiße, und sie wird noch lange so andauern“, sagt er, „damit müssen wir uns abfinden und alles dafür tun, dass sie am Ende der Saison nicht so ist.“ Klos hofft auf einen großen Zusammenhalt im ganzen Verein, „wohl wissend, dass wir als Spieler vorangehen müssen“. Auf der Bielefelder Alm, wie das Stadion genannt wird, gibt’s nur Sünd’. Sportlich zumindest. Und der 1. FC Kaiserslautern reist nicht an, um bewusst Aufbauhilfe zu leisten.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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