Kommentar
FCK im Saar-Pfalz-Derby: Volle Hütte im Ludwigspark
Alles verrückt und durcheinander in diesen Tagen: In der Pfalz schließen Kindertagesstätten wegen der Corona-Pandemie, im neuen, schicken Saarbrücker Ludwigsparkstadion sind erstaunlicherweise alle Beschränkungen aufgehoben worden: erstmals wieder volles Haus ohne 2G- oder 3G-Kontrollen, keine Abstandsregelungen, keine Maskenpflicht. Die saarländische Landesverordnung macht’s möglich; auch wegen 75 Prozent Impfquote an der Saar.
Es war eine ziemlich skurrile Situation nach bisher 20 schwierigen Monaten mit mehr oder minder belastenden Beschränkungen. „Heute ist’s eng und kuschelig, aber so soll es ja auch sein, so haben wir es uns alle gewünscht“, sagte der Stadionsprecher in der ausverkauften Arena. Die aktiven Fangruppen auf beiden Seiten rückten jeweils absichtlich noch enger zusammen, vor allem, wenn sie Pyrotechnik erst versteckten und dann zündeten. Bengalos und Böller kamen zuhauf zum Einsatz, beide Klubs müssen wieder mit Strafen durch den DFB rechnen. Aber gemessen am Sicherheitsaufwand und den Befürchtungen vor der Partie, hielten sich die Rüpeleien auf beiden Seiten vor der Partie und während des Spiels einigermaßen in Grenzen.
Auf den Rängen feuriger als auf dem Rasen
Als sich der Pyrotechnik-Nebel gelegt hatte, pfiff Schiedsrichter Florian Badstübner das Derby an. Zu Beginn der zweiten Hälfte und nach den beiden Toren zündeten vor allem FCK-Anhänger genau 30 Jahre nach der „Nacht der 100 Bengalos“ im Spiel gegen den FC Barcelona jede Menge Pyrotechnik. Im FCS-Block fackelten Fans FCK-Schals und -Fahnen an. Auf den Rängen war das Derby feuriger als auf dem Rasen.
Nach der Partie setzte die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray ein, weil Fans Wege zum und am Bahnhof versperrten. Leider sind das mittlerweile die üblichen Derby-Begleiterscheinungen.
