FCK RHEINPFALZ Plus Artikel FCK: Entscheidung über die Zukunft der Roten Teufel

Wichtige Wochen für den FCK. Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt (links) und Generalbevollmächtigter für Sanierungsfragen Dirk E
Wichtige Wochen für den FCK. Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt (links) und Generalbevollmächtigter für Sanierungsfragen Dirk Eichelbaum (rechts) am 15. Juni bei der Bekanntgabe der Insolvenz-Beantragung. In der Mitte FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf.

An diesem Donnerstag steigt im Fritz-Walter-Stadion die Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung der FCK-Profifußball-Gesellschaft. Von der Versammlung und von deren Abstimmung über den Insolvenzplan hängt es ab, ob der Klub bei seiner wirtschaftlichen Sanierung den eingeschlagenen Weg weiter beschreiten kann.

Es ist ein wichtiger Tag für den Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Fußball gespielt wird an diesem Donnerstag nicht im Fritz-Walter-Stadion. Diesmal entscheiden nicht Tore, sondern die Stimmen der Gläubiger des wirtschaftlich angeschlagenen Klubs.

Im nördlichen Teil der Arena auf dem Betzenberg findet heute Vormittag die Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA statt. Es geht um die von der Geschäftsführung jener Profifußball-Sparte angestrebte Entschuldung der Kapitalgesellschaft.

Es geht um Sanierung und rund 100 Arbeitsplätze

Ziel der FCK-Bosse ist die Sanierung, das heißt die Fortführung des Geschäftsbetriebs und die Sicherung von rund 100 Arbeitsplätzen beim FCK, die der kickenden und der nicht kickenden Angestellten des Klubs.

Die Gläubiger stimmen über den Insolvenzplan ab, den FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt mit Insolvenzrechtsanwälten in den vergangenen Monaten erarbeitet hat. Der sieht unter anderem vor, dass die Gläubiger auf einen Großteil verzichten und nur den Bruchteil von vier Prozent ihrer Forderungen bekommen. Es geht um Verbindlichkeiten des Klubs in Höhe von mittlerweile mehr als 24 Millionen Euro.

Schuldenschnitt Bedingung für Einstieg der Investoren

Die Annahme des Insolvenzplans ist die Bedingung für den Einstieg einer Gruppe von regionalen, dem FCK schon lange eng verbundenen Unternehmern. Sie wollen für rund elf Millionen Euro 33 Prozent der Anteile an der FCK GmbH & Co. KGaA übernehmen. Dazu haben sich die aus dem Saarland und aus Kaiserslautern stammenden fünf Unternehmer Peter Theiss, Giuseppe Nardi, Klaus Dienes, Axel Kemmler und Dieter Buchholz zur Saar-Pfalz-Invest GmbH zusammengeschlossen. Geschäftsführer dieser Investorengesellschaft sind Dienes (Kaiserslautern) und Nardi (Homburg).

Der Insolvenzplan ist vom Gläubigerausschuss, der das Insolvenzverfahren von Beginn an begleitet hat, angenommen worden. Die Gläubigerversammlung wird vom Gericht einberufen, geleitet und tagt nichtöffentlich. So sieht es die Insolvenzordnung vor. Insolvenzgericht ist in diesem Fall das Amtsgericht Kaiserslautern, Jochen Waltenberger ist der vom Gericht benannte Insolvenzrichter. Von der Versammlung an diesem Donnerstag und von der alles entscheidenden Abstimmung über den Insolvenzplan hängt es ab, wie die Sanierung beim FCK weiter verläuft.

Lizenzierung steht jetzt an

FCK-Geschäftsführer Voigt hatte am 15. Juni beim Amtsgericht Kaiserslautern die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung über die FCK KGaA beantragt. Das Verfahren ist am 1. September eröffnet worden. Der Spielbetrieb der Mannschaften der Roten Teufel konnte ungeachtet des Insolvenzverfahrens weitergehen – ob der Corona-Ausnahmeregelung auch ohne den üblichen Neun-Punkte-Abzug.

Die Investoren haben sich mit dem FCK über ihren Einstieg mit rund elf Millionen Euro geeinigt. Das Geld dient der Sicherung der Lizenz für die aktuelle Drittliga-Spielzeit – Einreichungsstichtag 31. Oktober – und der teilweisen Gläubigerbefriedigung. Zudem soll mit den elf Millionen Euro – zunächst war von 8,3 Millionen und 25 Prozent der Anteile die Rede – der Grundstein zur Finanzierung der Saison 2021/22 gelegt werden.

Lösung auch für eingetragenen Verein in Sicht

Mit dem Verfahren für die womöglich bald schuldenfreie Tochtergesellschaft soll auch der Verein, der FCK e. V., als Mutter seine Schulden weitgehend loswerden. So sieht es ein Vertrag mit dem Hauptgläubiger vor, dem Finanzdienstleister Quattrex.

ZUR SACHE

191 Sitzplätze für Gläubiger vorbereitet

191 Sitzplätze sind nach den Abstandsregeln für die Gläubiger auf dem Unterrang der Nordtribüne am „Betze“ vorbereitet. Plus Reserve. 120 Voranmeldungen gab es. Das sagte Insolvenzrichter Jochen Waltenberger, der die nichtöffentliche Gläubigerversammlung leitet, der RHEINPFALZ. Forderungen angemeldet haben 2600 der rund 15.000 Gläubiger, darunter viele Dauerkarten- und Tagesticketkäufer, die coronakrisenbedingt die letzten Heimspiele 2020/21 nicht besuchen durften. Die Gläubiger sind in fünf Gruppen unterteilt, deren jeweiliger Zustimmung der Insolvenzplan bedarf: Kreditgeber wie Quattrex und Flavio Beccas Firma Promobe, die Agentur für Arbeit, Kleingläubiger wie Ticketinhaber, Finanzverwaltung und Sportfive sowie die Gesellschafter (Verein, Management-GmbH, Aktionäre). Den Berichten (KGaA, Sachwalter, Insolvenzplan-Details) folgt eine Aussprache zum Verfahren.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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