Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Fast alles in Butter – nur Freundin und Hund fehlen

Hat sich schnell ins Adler-Team integriert: Taylor Leier.
Hat sich schnell ins Adler-Team integriert: Taylor Leier.

Fünf Spiele, fünf Scorerpunkte – ein Start nach Maß für den vorerst letzten Neuzugang der Adler Mannheim. Taylor Leier hat sich schnell akklimatisiert, obwohl da ein paar Sehnsüchte bleiben.

Zunächst aber mal die Klärung einer nahe liegenden Frage. Leier – das klingt deutsch. „Ja, mein Opa väterlicherseits stammt aus Deutschland“, berichtet der in Saskatoon/Kanada geborene 27-Jährige. Der Großvater sei damals während des Krieges über Russland nach Nordamerika geflohen, baute sich dort ein neues Leben auf. Taylor Leiers Vater wurde ebenfalls in Saskatoon geboren.

Eishockey-Profi wurde Leier, obwohl er als Kind auch Football und Baseball gespielt hatte. Als Kufencrack brachte er es immerhin für die Philadelphia Flyers auf 55 Spiele in der stärksten Liga der Welt, der NHL, wagte dann aber nach zwei Jahren in der unterklassigen AHL den Sprung nach Europa. Das Gastspiel bei Trinec Ocelari in der tschechischen Liga währte nur kurz, denn die Adler zeigten schnell Interesse. „Ich war sehr aufgeregt, als ich hier unterschrieben habe“, beteuert Leier. Und die Adler suchten „nicht irgendjemanden“, deutet Trainer Pavel Gross an, dass man von der Qualität des Kanadiers sehr überzeugt war und ist.

Ein flexibler Stürmer

Das Debüt nach der obligatorischen Quarantäne war gleich vielversprechend, aber Leier hatte ja auch nicht viel Substanz verloren: „Ich hatte ja schon zehn Spiele hinter mir und fühlte mich gut.“ Und: Zum Auftakt ging’s aufs kleine Eis in Schwenningen, „das hat sich sehr nordamerikanisch angefühlt“, erinnert sich der Kanadier lachend. Inzwischen brachte er es auf zwei Tore und drei Vorlagen, mit einem Treffer leitete er im vergangenen 4:3-Auswärtssieg bei den Nürnberg Ice Tigers die Wende ein. In der Sturmreihe mit Jason Bast und Nico Krämmer fühlt er sich gut aufgehoben. Pavel Gross schätzt die Flexibilität Leiers: „Er kann links und rechts, Überzahl und Unterzahl spielen. Wir werden von ihm noch gute Sachen sehen.“ Vielleicht schon am Montag (18.30 Uhr) im Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers.

Wäre also soweit alles prima, nur privat leidet Leier dann doch ein bisschen. Denn seine Freundin ist wegen den Corona-Reiserestriktionen vorerst in Boston geblieben. Und weit weg ist auch der Familienhund Gigi, ein Zwergschnauzer. „Alle lieben Gigi“, sagt Leier, der das Tier vor ein paar Jahren zusammen mit seiner Mutter und einem Bruder dem Papa geschenkt hat – und damit den Geschmack aller traf.

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