Handball
Eulen Ludwigshafen: Für den „Opa“ eine Herzenssache
Wie vor zwei Wochen heißt der Gegner SG BBM Bietigheim. Damals verloren die Ludwigshafener unter dem in der letzten Woche entlassenen Trainer Ceven Klatt mit 22:26. Es war eine absolut unnötige Niederlage. Am Freitag (19.30 Uhr) will sich die Mannschaft um Kapitän Gunnar Dietrich von einer ganz anderen Seite präsentieren.
Am Ostersamstag von TSG-Chefin Lisa Heßler verpflichtet, hat der 61-jährige Michael Biegler, der schon von Januar 2001 bis Mitte 2002 die Friesenheimer betreute, am Montag mit der ersten intensiven Trainingseinheit losgelegt. Teammanager Philipp Grimm konnte sich vor Ort ein Bild machen und war schwer beeindruckt: „Mit welcher Hingabe, Motivation und Leidenschaft er die Jungs anspricht, das hat mir gut gefallen. Er fordert und lobt zugleich. Das Training ist sehr abwechslungsreich. Ich bin überzeugt, dass die Jungs das bald auch umsetzen werden“.
Immer Kontakt gehalten
Biegler, der positiv Handballverrückte, der bis Januar noch die ukrainische Nationalmannschaft betreute, will den Friesenheimern auch für die damals gute Zeit etwas zurückgeben. „Ich habe immer Kontakt zu einigen Leuten von damals gehalten. Die Entwicklung der Mannschaft und des Vereins, gerade in der Zeit unter Ben Matschke, hat mir aus der Entfernung imponiert. Die Eulen Ludwigshafen haben sich einen guten Namen erarbeitet“, sagt Biegler.
Die „TSG“, wie er immer noch sagt, sind für ihn, den „Handball-Opa“, eine echte Herzensangelegenheit: „Eigentlich wollte ich in dem Alter nicht mehr unbedingt Tag für Tag in der Trainingshalle stehen. Aber der Job hier ist etwas Besonderes. Meine Aufgabe ist es, hier etwas zu reparieren und wieder in Ordnung zu bringen. Aktuell ist der Abstand nach unten kleiner als der nach oben. Das müssen wir korrigieren. So schnell und so gut wir können“, erklärt Biegler.
Die Baustellen erkannt
Stärken und Schwächen des Teams hat der Trainerfuchs analysiert. Stark reden will der Übungsleiter und Handball-Psychologe die verunsicherte Mannschaft. Er will das Selbstvertrauen einiger Spieler wieder zurückholen. Einige Baustellen sind für ihn sofort zuzubaggern. „Ein Beispiel. Ich finde die Mannschaft ist auf Rechtsaußen super besetzt, aber die Jungs bekommen keinen Ball. Das kann auch anders laufen“, sagt Biegler. Warum die Mannschaft zuletzt nicht funktionierte, weiß er nicht und kann er als Neuer auch nicht beurteilen.
Im Spiel gegen Bietigheim können die Eulen aber gleich den Schwung ihres neuen Motivators mit auf das Parkett bringen. Eigentlich kommt dem neuen Mann auf der Kommandobrücke das heutige Spiel nach den wenigen Trainingseinheiten noch zu früh. Die Vier-Punkte-Spiele in der nächsten Woche gegen Dormagen und Ferndorf sind ihm wichtiger. „Spätestens dann wird man die Handschrift unseres neuen Trainers erkennen“, ist Philipp Grimm überzeugt.
Begeistert war und ist der in Großwallstadt zusammen mit seiner Lebensgefährtin und Tochter lebende Biegler, der momentan aber in einem Ludwigshafener Hotel wohnt, von der Atmosphäre in der Eberthalle. Zu seiner Zeit waren meistens keine 1000 Zuschauer bei den Heimspielen dabei. Das wird am Freitag anders sein. „Das Publikum ist super. Ich freue mich auf Freitagabend“, sagt Biegler. Die Mannschaft muss nach vier Niederlagen in Folge liefern.