Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Endlich ein Derby mit allem Drum und Dran für die Adler

Traf zweimal: Adler-Stürmer Nigel Dawes.
Traf zweimal: Adler-Stürmer Nigel Dawes.

So ein richtiges Eishockey-Derby kennen die Adler Mannheim ja gar nicht mehr, seit die Frankfurt Lions vor elf Jahren der Erstklassigkeit insolvenzbedingt entsagten. Aber Liganeuling Bietigheim Steelers könnte diese Lücke füllen. Es gibt da nur ein kleines Problem, das der 6:2 (3:1, 1:1, 2:0)-Sieg der Adler am Sonntag aufdeckte.

Denn das erste Drittel schon legte offen, dass der tapfere Aufsteiger noch nicht wirklich mit dem aktuellen Tabellenführer mithalten kann. Bestes Beispiel die frühe Führung im Powerplay. Powerplay? Ja, sowas gibt’s natürlich auch ohne Strafzeit des Gegners, und es war einfach buchstäblich atemberaubend, wie die Adler die überforderten Gäste so lange mürbe spielten, bis eben Nico Krämmer nach Rendulics Pass die Scheibe klasse annahm und verarbeitete. „Da hatten wir sie müde gemacht“, bemerkte der Schütze treffend. „Wir hatten einen tollen Start, das Publikum hat uns beflügelt“, sagte Stürmerkollege Jason Bast.

Dass aber auch der Neuling individuelle Klasse in seinem Kader besitzt, bewies Riley Sheen mit seiner Einzelaktion zum Ausgleich, als er Felix Brückmann im Mannheimer Tor auch noch aus eigentlich unmöglichem Winkel überwand. „Das war das Paradebeispiel dafür, dass sie nicht viel brauchen, um Tore zu machen“, stellte Adler-Trainer Pavel Gross fest.

Klare Kräfteverhältnisse

Aber an den Kräfteverhältnissen änderte das nichts, Tim Wohlgemuth mit dem 2:1 und Nigel Dawes in Überzahl manifestierten dies. Interessant beim 3:1: Das Tor verdankten die Adler auch der neuen Regel für die Torhüter, denn Steelers-Goalie Cody Brenner hatte zuvor die Scheibe unerlaubterweise im sogenannten Trapez hinter seinem Tor gespielt.

Dawes legte im Mitteldrittel seinen zweiten Treffer nach, aber erst mit dem 5:2 durch Jordan Szwarz direkt nach Ablauf einer Bietigheimer Strafe und dem 6:2 durch Borna Rendulic im Powerplay spiegelte sich die teilweise krasse Überlegenheit der mitunter zu verspielten Adler dann auch ansatzweise im Resultat wider.

München-Reise am Mittwoch sehr fraglich

Offen blieb am Sonntag noch, ob die Adler am Mittwoch zum Schlager in München antreten können. Tendenz: eher nein. Ein Corona-Ausbruch im Red-Bull-Team sorgte am Sonntag für die erste Spielabsage der Saison, die Derbypartie der Münchner in Nürnberg fiel aus. „Ich weiß nur, dass sie sehr viele Fälle haben“, sagte Pavel Gross gestern, die Entscheidung falle wohl am Montag. Umso erfreulicher für die Adler, dass sie ihr Derby hatten, das auch noch vor der bisherigen Saisonrekordkulisse von 9097 Zuschauern. Und – auch das gehört dann wohl irgendwie zu einem Derby – mit einem kurzen, aber heftigen Faustkampf zwischen Thomas Larkin und Mitch Heard. Für Stimmung war also wirklich gesorgt, ein Duell mit allem Drum und Dran. „Und es bietet sich als Derby ja mehr an als Schwenningen“, befand Pavel Gross.

So spielten sie

Adler Mannheim: Brückmann - Akdag, Melart; Larkin, Lehtivuori; Holzer, Dziambor - Plachta, Desjardins, Wohlgemuth; Eisenschmid, Szwarz, Dawes; Rendulic, Krämmer, Bergmann; Tosto, Bast, Elias

Bietigheim Steelers: Brenner (51. Doubrawa) - Smereck, Kojo; Schüle, Schoofs; Renner, Martinovic; Ribnitzky - Hauner, Heard, Ranford; Jasper, Stretch, Sheen; Preibisch, McKnight, Zientek; Kuqi, Weiß, Kneisler

Tore: 1:0 Krämmer (Rendulic) 2:31, 1:1 Sheen 6:18, 2:1 Wohlgemuth (Desjardins) 10:43, 3:1 Dawes (Rendulic) 13:03, 4:1 Dawes 24:51, 4:2 Hauner (Renner) 34:45, 5:2 Szwarz (Plachta) 48:56, 6:2 Rendulic (Lehtivuori) 56:26 - Strafminuten: 13 - 13 - Beste Spieler: Melart, Desjardins, Dawes, Rendulic - Renner, Stretch - Zuschauer: 9097 - Schiedsrichter: Schukies (Herne)/Wilk (USA).

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