Eishockey
Eisbären Berlin stoppen Siegesserie der Adler Mannheim
Bei den Adlern war Taro Jentzsch wieder zurückgekommen. Dafür fiel Youngster Kevin Bicker aus. Deshalb lief Verteidiger Mark Katic wieder in der vierten Sturmreihe auf.
Die Musik machten aber seine angestammten Kollegen. Matthias Plachta zum Beispiel. Drei Mal trafen die Mannheimer im ersten Durchgang, drei Mal kam die Vorarbeit dazu vom Topscorer der Adler, der sowohl Tim Wohlgemuth (7.), Sinan Akdag (9.) und David Wolf (13.) serviert hatte. Zuvor war es Jonas Müller, der zur Berliner Führung traf (6.) Eine Führung, die zu diesem Zeitpunkt verdient war, aber nur kurz hielt.
Das 3:1 der Adler hielt länger, stand auch nach 40 Minuten noch auf der Anzeigetafel. Das lag zum einen daran, dass die Adler sich zunächst eher auf die Defensive konzentrierten, die Eisbären damit zwar optisch überlegen, aber vor 12.176 Zuschauern nichts Gefährliches vor das Tor von Felix Brückmann brachten.
Unterhaltsam war der zweite Durchgang dennoch, weil die Schiedsrichter Roman Gofmann und Marc Iwert nun einige Strafzeiten verteilten. Die erste ging dabei an Thomas Lakin (31.). Die Überzahl überstanden die Adler ohne Probleme. Bei einer Befreiung folgte der nächste Aufreger: Leo Pföderl nahm Borna Rendulic aufs Korn. Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis, beließen es aber bei einer fünfminütigen Strafzeit. Weil zuvor schon David Wolf das Zwiegespräch mit David Clarke gesucht hatte und seine Emotionen auf der Strafbank abkühlte, sowie Matt Donovan Pföderl auf körperliche Weise sein Missfallen über den Kopfcheck mitteilte und ebenfalls mit raus musste, war beim drei gegen drei reichlich Platz auf dem Eis.
Mangelnde Chancenverwertung rächt sich
Den nutzten die Adler besser. Matthias Plachta und Rendulic (35.), noch einmal Rendulic (37.) bei vier gegen vier und Larkin, als die Mannheimer noch drei Minuten lang einen Spieler mehr auf dem Eis hatten (38.) – es hätten zur zweiten Pause schon gut und gerne vier, fünf oder auch sechs Adlertreffer sein können. So blieb die Chancenverwertung das einzige Manko. Die beste Gelegenheit vergab Stefan Loibl, der das leere Tor vor sich hatte, aber von Berlins Verteidigung vom Puck abgedrängt wurde. (40.).
Die Adler sollten den vergebenen Chancen noch hinterhertrauern. Zunächst stocherte Berlins Leo Pföderl den Puck in Überzahl über die Linie (45.). 83 Sekunden vor Schluss lag die Scheibe erneut hinter Brückmann. Yannick Veilleux hatte abgezogen und Verteidiger Akdag fälschte ab. Da hatten die Eisbären Torhüter Juho Markkannen zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis genommen.
Unverdient war der Ausgleich nicht, denn die Mannheimer verschafften sich kaum noch Entlastung. „Berlin hat sich für seinen Einsatz belohnt“, resümierte Adlertrainer Bill Stewart: „Nach der Verlängerung kann eben alles passieren.“ Was passierte war die Entscheidung im Penaltyschießen. Von sechs Schützen traf nur Marcel Noebels. Adler-Verteidiger Sinan Akdag fasste die Partie in einem Wort zusammen: „Unglücklich.“