Sport RHEINPFALZ Plus Artikel Eintracht Frankfurt: Die Fans fehlen

Gestrauchelt: David Abraham und Eintracht Frankfurt.
Gestrauchelt: David Abraham und Eintracht Frankfurt.

Viel größer hätte das Kontrastprogramm an diesem Europapokal-Abend im Frankfurter Stadtwald kaum sein können. Wo seit Sommer 2018 bei jedem Europa-League-Heimspiel von Eintracht Frankfurt unabhängig von Jahreszeit oder Gegner stimmungsvolle Feiertage zelebriert werden, hat am Donnerstagabend ein stimmungsloser Geisterkick stattgefunden.

Das wegen des Coronavirus ohne Zuschauer ausgetragene Achtelfinale gegen den FC Basel endete mit einem völlig ernüchternden Resultat: Die 0:3 (0:1)-Heimniederlage passte nahtlos zur Tristesse vor den menschenleeren Tribünen mit dem Adlerlogo. Samuele Campo (27.), Kevin Bua (73.) und Fabian Frei (85.) ließen die Eidgenossen jubeln.

„Wir dürfen so nicht verlieren“, sagte Sebastian Rode. Natürlich seien die Fans im Normalfall „ein Riesenplus, und es nicht schön ohne sie“, aber trotzdem sei damit das Versagen nicht geklärt. Der Mittelfeldkämpfer empfahl, „das Leben nicht komplett totzulegen.“ Man brauche auch positive Signale, „es gibt keinen Grund, alles abzusagen.“ Das Rückspiel in einer Woche soll übrigens wieder in Frankfurt unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden.

Eintracht mit erkennbaren Schwierigkeiten

Darauf einigen sich – vorbehaltlich weiterer unvorhersehbarer Entwicklungen – „die involvierten Parteien in allen organisatorischen Punkten“, hieß es. Basels Trainer Marcel Koller erklärte hinterher, „er würde gerne noch einmal spielen – aber das steht in den Sternen, das hängt in der Luft.“ Denn ob es wirklich zum zweiten deutsch-schweizerischen Duell an selber Stelle kommt, entscheidet die UEFA erst am Dienstag – eine Absage von Champions League und Europa League steht im Raum. „Wir werden das Spiel annehmen, auch wenn wir nicht wissen, wie es weitergeht, hatte Trainer Adi Hütter zuvor gesagt. Auch dem österreichischen Fußballlehrer schmeckten die Rahmenbedingungen ganz und gar nicht.

Die Eintracht hatte erkennbare Schwierigkeiten, diese eigenartige Atmosphäre anzunehmen. Mit fortschreitender Spieldauer waren die Baseler das bessere Team, das mit dem sehenswerten Freistoß von Campo zum Führungstreffer deutlich an Sicherheit gewann. Hütter brachte zur Pause mit Goncalo Pacienca einen zweiten Stürmer, was der zuvor lauen Offensive zunächst sichtlich gut tat. André Silva (52. und 66.), Pacienca (57.) und Almamy Touré (65. und 67.) vergaben die besten Ausgleichschancen. Doch insgesamt wirkten die Hessen seltsam fahrig, selten kompakt. So kam, was kommen musste: Der eingewechselte Bua und Frei schlossen Konter beinahe mühelos mit dem 0:3-Endstand ab.

Eintracht Frankfurt: Trapp - Touré, Abraham, Hinteregger, N´Dicka - Hasebe (73. Ilsanker) - Kamada (78. Gacinovic), Rode, Sow (46. Paciencia), Kostic - Silva

FC Basel: Omlin - Widmer, Cümart, Alderete, Riveros - Xhaka, Frei - Stocker (90.+2 Zhegrova), Campo (78. Van Der Werff), Petretta (68. Bua) - Cabral

Tore: 0:1 Campo (27.), 0:2 Bua (73.), 0:3 Frei (85.) - Gelbe Karten: Sow (3) - Campo (1), Cümart (2), Alderete (4) - Beste Spieler: Silva, Rode - Frei, Bua, Omlin - Zuschauer: keine - Schiedsrichter: Ekberg (Schweden).

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