Handball-EM-Tagebuch RHEINPFALZ Plus Artikel Ein völlig neuer Blick auf Schokolade

Ein Schokoladenklassiker: der Osterhase.
Ein Schokoladenklassiker: der Osterhase.

Redakteur Udo Schöpfer begleitet die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Heim-Europameisterschaft. In einem Tagebuch berichtet er über seine Erlebnisse außerhalb des Spielfeldes.

„Die Schokolade und ich. Warum verliere ich immer?“

Diese Frage habe ich kurz vor Weihnachten irgendwo gelesen, und natürlich ist es eine gute Frage.

Womöglich würde es Aufklärung im Schokoladenmuseum in Köln geben, das bei den Attraktionen der Stadt gleich hinter dem Dom kommt und am Rhein liegt, unweit des Sportmuseums.

Hans Imhoff, macht es möglich

Das Schokoladenmuseum zu verdanken haben wir dem erfolgreichen Schokoladenfabrikant Hans Imhoff, der von sich selbst behauptete, ein Herz aus Schokolade zu haben. Am 31. Oktober 1993 erfüllte er sich seinen langgehegten Traum.

Geduld! Es ist ein langer Weg bis man zu all den Schokoladen-Leckereien gelangt. Der Rundgang durch neun Ausstellungsbereiche auf 4000 Quadratmetern, verteilt auf drei Ebenen, ist eine Reise durch die Kulturgeschichte der Schokolade: Sie beginnt bei den altamerikanischen Kulturen, wie den Maya und den Azteken, geht über das Barockzeitalter und die Industrialisierung hin bis zur individuellen Verfeinerung edler Schokoladen heute.

Thema Klimawandel wichtig

Und natürlich begegnet uns auch das Thema Klimawandel. So wird auf die Folgen der Abholzung des tropischen Regenwaldes hingewiesen. Klar: Die Abholzung beschleunigt die globale Erwärmung. Regenwald wird abgeholzt, weil die Landwirtschaft beispielsweise einen immer größeren Flächenbedarf hat. Und dann sehe ich eine alarmierende Infotafel: In ein paar Jahren könnte Schokolade ein rares Luxusgut werden. US-Forscher haben herausgefunden, dass der Kakaobaum bis 2050 aussterben könnte, wenn der Klimawandel ungebremst voranschreitet.

Mehr als 65 Prozent der weltweiten Ernte stammen aus Westafrika. Ein Video veranschaulicht, wie die Kakaopflanze geöffnet wird, wie geerntet und getrocknet wird. Gut: Das Museum weist darauf hin, wie schwierig der Alltag der Kakaobauernfamilien ist. Der Kreislauf der Armut ist nur sehr schwer zu durchbrechen.

Hamburger Hafen wichtig

Ein Akzent liegt auf dem Hamburger Hafen. Mehr als 100.000 Tonnen kommen jährlich dort an. Wie an der Börse zeigt ein Laufband den aktuellen Kakaopreis. Männer oder Frauen – wer isst eigentlich mehr Süßigkeiten? Das mit Abstand meiste Geld für Schokolade geben Eltern mit Kindern aus. Keine Überraschung! Weitere interessante Infotafeln: Wer verdient was an meiner Schokolade? Wohin verkauft sich deutsche Schokolade? Und wer sind eigentlich die größten Schokoladenhersteller der Welt? Die USA (selbstverständlich).

Wusste Sie eigentlich, dass Schokolade im Grunde nur aus Zucker, Milchpulver, Kakaobutter- und Pulver sowie Kakaomasse besteht?

Ein Höhepunkt: Bei einer gläsernen Fabrik kann man den Damen bei der Schokoladenproduktion über die Schulter schauen. „Hier wird wirklich produziert“, heißt es.

Und ganz am Ende finden wir dann unsere Alltagsmythen: die lila Kuh, die Kinderschokolade, das Überraschungsei, Kaba, den Osterhasen. Kultschokoladen eben.

Also mir hat das Schokoladenmuseum einen völlig neuen Blick auf diese wunderbare Süßigkeit eröffnet.

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