eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Ein uninspirierter Auftritt der Adler Mannheim

Ein echter Gewinner: Adler-Torwart Arno Tiefensee.
Ein echter Gewinner: Adler-Torwart Arno Tiefensee.

Die Adler Mannheim fanden in der regulären Spielzeit gestern nicht den Schlüssel, um das Bollwerk der Augsburger Panther zu knacken. Erst nach 17 Sekunden der Verlängerung erlöste Borna Rendulic die Gastgeber mit dem entscheidenden 1:0 (0:0, 0:0, 0:0) in der Verlängerung.

Die Adler taten sich schwer gegen das Schlusslicht. Das hatte sich früh abgezeichnet. So machten die Gäste gleich nach dem Eröffnungsbully den frischeren, den aktiveren Eindruck.

Sie spielten gar nicht wie eine Mannschaft, die ihre letzten acht Partien verloren hat. Dieser Eindruck bestätigte sich nach den ersten 20 Minuten in der Schussbilanz. Da hatten die Augsburger zehn Mal Arno Tiefensee geprüft, der erneut den noch immer erkrankten Felix Brückmann im Adler-Tor vertrat, während Matthias Plachta und Co. nur sechs Schüsse auf Denis-Endras-Vertreter Markus Keller abgaben. Am Fehlen der erkrankten Taro Jentzsch und Fabrizio Pilu allein konnte das nicht gelegen haben. Die Adler machten einen uninspirierten, einen unmotivierten Eindruck.

Kein Sturmlauf

Wer aber einen Sturmlauf der Adler nach dem ersten Seitenwechsel erwartet hatte, sah sich getäuscht. Im Gegenteil. Tiefensee blieb der einzige Adler in Normalform. Allein gegen Augsburgs Nationalspieler Samuel Soramies musste er zwei Mal retten. In der 24. Minute parierte Tiefensee den Schuss des ehemaligen Jungadlers. Stürmer Markus Eisenschmid war mit der Darbietung seiner Mannschaft alles andere als zufrieden. „Wir müssen mehr Scheiben auf das Tor bringen. Wir müssen mehr Zug entwickeln. Wir müssen konsequenter sein“, forderte er. Allesamt Vorgaben, die der Großteil der 11.404 Zuschauer in der gut gefüllten SAP-Arena wohl so unterschrieben hätten.

Stattdessen sahen sie ausgerechnet am Familientag ein Spiel, mit dem es Eltern schwerfallen dürfte, die Kinder von der Faszination Eishockey zu überzeugen. Selbst den treuesten Anhängern verging da die Lust. Für den einzigen Aufreger sorgte Youngster Simon Thiel (25.). Der kam von der Bank und fackelte nicht lange, als ihm die Scheibe direkt auf die Kelle sprang. Sein Schuss landete aber klar am Torpfosten, was auch die Schiedsrichter nach Ansicht der Videobilder so sahen. Es blieb beim 0:0. Einem von der langweiligen Sorte.

Gaspedal nicht gefunden

Auch im Schlussabschnitt fanden die Adler das Gaspedal nicht, hatten gehörig Glück, dass kein Augsburger zur Stelle war, als die Scheibe frei hinter Tiefensee, aber noch immer vor der Torlinie lag (53.). Im Gegenzug hätte ein Torjäger von der Qualität eines Borna Rendulic die Führung erzielen müssen, traf mit der Rückhand aber nur die Latte. Es war die letzte gute Gelegenheit für die Gastgeber in der regulären Spielzeit. Dafür dauerte es in der Verlängerung nicht lange. Rendulic selbst gab sich selbstkritisch: „Das war ziemlich lausig von uns, aber wir haben den Job trotzdem erledigt.“

Tiefensee der Gewinner

Dafür hatte er selbst gesorgt, war mit viel Geschwindigkeit über rechts ins Drittel eingezogen, zog einfach mal ab und Markus Keller sah ein einziges Mal an diesem Nachmittag nicht gut aus, ließ den Puck über sich selbst prallen. Das reichte den Adlern für die Minimalausbeute. In Arno Tiefensee gab es sogar einen echten Gewinner. Für den 20-Jährigen war es der erste Shutout in der DEL.

x