Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Rennen nach Kemptener Drehbuch

Als Erster in die Kurve: Steffen Greger, der spätere Sieger.
Als Erster in die Kurve: Steffen Greger, der spätere Sieger.

Steffen Greger holt sich den Sieg beim Kriterium in Bornheim. Dem Metzinger wird bald wieder zu gratulieren sein: Seine Frau Elisa erwartet das dritte Kind.

Seine Kemptener Teamkollegen rauschen heran und gratulieren: „Glückwunsch, wie geil“, sagt Dario Rapps. „Wie nach Drehbuch, ich freue mich so für dich“, sagt Andreas Mayr. Die Glückwünsche gelten Steffen Greger, dem Sieger des ersten und letzten Rennens in diesem Jahr in der Südpfalz. Der noch 38-Jährige hat gestern in Bornheim den Großen Preis der Hornbach AG, das Kriterium über 70 Kilometer mit zehn Temporunden zum Schluss, gewonnen. Dem Metzinger werden sie bald wieder gratulieren: Seine Frau Elisa erwartet das dritte Kind. „Deshalb dachte ich, ich fahre schneller, bevor es losgeht“, sagte Greger, der 2016 schon mal hier gewonnen hat.

Das Drehbuch: Mayr, der letzte Sieger in Bornheim vor Corona, legte los. Er holte sich in der fünften, zehnten und 15. Runde auf dem 1,4 Kilometer langen Rundkurs durch den Ort die Optimalpunktzahl, was ihm im Klassement zum fünften Platz reichen sollte. Nach seinem dritten Wertungssprint zog Greger drüber, wie die Radsportler sagen. Er setzte sich an die Spitze und gewann die nächsten fünf Wertungen in einer kleinen Gruppe. „Julian ist den Sprint angefahren, da konnte keiner vorbei“, sagte Greger. „Wir hatten alle Asse im Ärmel.“ Er meinte den Zweitplatzierten Julian Kern (31), der in Würzburg studiert und bei Adidas im Vertrieb arbeitet. Kern gewann die beiden letzten Temporunden um je zwei Punkte sowie die Schlusswertung und überholte so noch einige andere.

Vom Krankenwagen aufs Siegerpodest

Etwa Adrian Zuger von der Equipe Stuttgart-Vaihingen. Der 19-Jährige aus Gerlingen kam direkt aus dem Krankenwagen zur Siegerehrung. Blutige Blessuren am Ellenbogen und am Oberschenkel zeugten davon, dass er in der letzten Kurve gestürzt war. Er rappelte sich auf und holte sich den dritten Platz. Mit Greger und Kern hatten sich Manuel Müller (Belle Stahlbau), Zuger und Robin Fischer abgesetzt. Der Limburger Fischer (27) schloss nach eineinhalb Runden vorne auf, dann kam noch Leon Echtermann (VC Regensburg) dazu. Und was machte das Roschbacher Team Möbel Ehrmann? „Es sind nicht unsere Ansprüche, die wir geltend machen“, sagte Teammanager Günther Danner. Den meisten im Team fehle die Rennhärte, wie sie der RC Kempten und andere nach gut 20 Rennen in den Beinen hätten. Für einige sei es das erste Rennen. Danner: „Dafür verkaufen sie sich ganz gut.“ Fabian Genuit fuhr anfänglich zweimal in die Punkte.

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