Handball
Ein kleiner Auffrischungskurs für die deutschen Handballer
Das Vorhaben in diesen Tagen ist klar. „Es geht um die Vorbereitung der WM, wir haben in den vergangenen Monaten leider viele Events gehabt, die nicht so umgesetzt werden konnten, wie wir das geplant hatten. Deshalb arbeiten wir daraufhin, dass es dieses Mal anders wird. Wir hoffen, dass nicht irgendwelche übersinnlichen Kräfte auf uns wirken, die uns das nehmen. Wir wollen die nächsten Schritte gehen, den Kader festigen, die Spielidee stabilisieren“, sagte Sportvorstand Axel Kromer.
Ein absurder EM-Verlauf
Kromer dachte da bestimmt zuallererst an die Europameisterschaft in Bratislava, die mehr und mehr absurd wurde für die deutsche Auswahl, denn bis zum Ende waren es 17 Corona-Fälle, eine Schreckensnachricht jagte die andere. Es gab ein Kommen und ein Gehen im deutschen Team.
Bundestrainer Alfred Gislason skizzierte die „Maßnahme“ so. „Wir wollen da weitermachen, wo wir in den Testspielen gegen Ungarn und in den Qualifikationsspielen gegen Färöer aufgehört haben. Wir wollen weiter feilen, auffrischen, was wir gemacht haben in Angriff und Abwehr. Wir wollen gezielt einige Dinge einstreuen, um unsere Spielweise zu ergänzen und den Kern weiter zusammenzuschweißen“, erläuterte er.
Keine Experimente
Den Kern zusammenschweißen. Gislason verzichtete auf Experimente. Er hat seinen Kader gefunden – und wenn es bis Ende des Jahres keine gravierenden Verletzungen gibt, könnte der nun nominierte Kader der sein, der bei der WM startet. Aber die ersten Probleme tauchen schon wieder auf. Rückraumspieler Fabian Wiede knickte im Training um und reiste zurück nach Berlin. Für ihn ist nun Franz Semper (SG Flensburg-Handewitt) dabei. Jannik Kohlbacher von der Rhein-Neckar Löwen musste wegen eines Infektes absagen. Damit bestreitet die deutsche Mannschaft die zwei Länderspiele mit Johannes Golla und Tim Zechel am Kreis. Von den schon länger verletzten Spielern wird nach Darstellung von Alfred Gislason vermutlich nur Julius Kühn (Mittelfußbruch) bis zur WM zurückkehren können. Sebastian Heymann und Timo Kastening sind noch nicht so weit.
Gislason baut nun vor allem auch darauf, dass das Coronavirus dem deutschen Team nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht. „Ich hoffe, dass wir keine neue Überraschung überleben, und uns auf das Turnier konzentrieren können. Es war schon abenteuerlich, was auf uns zugekommen ist in den letzten Jahren“, meinte der Isländer.
Rückenwind für Heim-EM
Dass eine gute WM Rückwind für die Heim-EM 2024 verleihen könnte, dessen ist sich der Bundestrainer bewusst. „Wir arbeiten langfristig, es ist extrem wichtig, dass wir uns gut präsentieren. Ich freue mich sehr auf die zwei Weltklassegegner, wir wollen Selbstvertrauen tanken für die WM. Wir wollen alles dafür tun, Erfolg zu haben. Das ist ein wichtiger Schritt Richtung WM und dann zur EM 2024“, führte Gislason aus.
Mehr als 8000 Karten sind für das Spiel morgen in der SAP-Arena gegen den Europameister verkauft. „Wir greifen voll an. Wir wollen mit einem guten Gefühl aus den Spielen gehen“, meinte Kapitän Johannes Golla. Er verteidigt im Innenblock mit einem neuen Partner, da Simon Ernst nicht nominiert wurde. „Ich kann mich auf jeden einstellen, es muss sich finden. Es kann mit jedem, der in Frage kommt, auch funktionieren“, betonte der Flensburger.
Testspiele gegen Island
Wie sieht der Fahrplan vor der WM aus, bei der die deutsche Mannschaft ihre Gruppenspiele und Hauptrundenspiele in Kattowitz austrägt? Vor Weihnachten kommt die Mannschaft noch einmal zu einem Lehrgang zusammen, am 2. Januar beginnt die Feinabstimmung. Zwei Länderspiele gegen Island sind die Generalprobe: Am 7. Januar in Bremen und am 8. Januar in Hannover. Am 12. Januar fliegt das Team nach Polen.