Fussball
Ein „beschissener Abend“ für Borussia Dortmund
„In der Summe ist Fußball sehr gerecht“, sagte Rose auch, und das war aller Ehren wert, die Schuld allein bei seiner Mannschaft zu suchen. Mit zwei Siegen war sie in die Champions League gestartet. Es folgten drei Niederlagen, die das vorzeitige Aus bedeuteten, in einer Gruppe ohne Gegner aus einer der besten Ligen Europas.
„Ein beschissener Abend“, stellte Marco Reus bei DAZN fest und prangerte an, dass der BVB mal wieder zu viele Fehler gemacht habe. Bei Rose hörte sich das so an: „Es ist zu einfach, gegen uns Tore zu schießen.“
Trainer stellt sich vor die Mediziner
Es waren, und das ist die für den Trainer einerseits gute Nachricht, keine Fehler, die auf seine Taktik oder sein System zurückzuführen sind. Es war beim 0:1 in der 30. Minute ein Fehler von Nico Schulz, der nur zum Einsatz gekommen war, weil Raphaël Guerreiro nach dem Aufwärmen mit muskulären Problemen passen musste. Ob es angebracht ist, von Verletzungspech zu sprechen, ist eine seit Wochen diskutierte Frage in Dortmund, denn gerade die Muskelverletzungen häufen sich. „Es ist kein Muster zu erkennen“, hatte Rose mal auf eine entsprechende Nachfrage gesagt und die medizinische Abteilung und die Fitnesstrainer somit aus der Verantwortung genommen.
Kader ist groß, aber nicht gut genug
Für den gerade erst wieder einsatzbereiten Schulz kam zur zweiten Halbzeit Emre Can, der auch schon wochenlang ausgefallen war – und nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah. In seinem Bemühen, die Offensive zu stärken, wechselte Rose nach gut einer Stunde Steffen Tigges ein, und spätestens da müsste jedem bewusst gewesen sein, dass die Qualität des aktuell spielfähigen Kaders so niedrig ist, dass es auch in der recht schwach besetzten Gruppe zu einem vorzeitigen Ausscheiden reicht.
„Ich glaube, wir sind von der Qualität her besser als Sporting“, sagte Manuel Akanji noch am Mittwoch, und es spricht einiges für diese These, wenn Erling Haaland spielen kann. Der weiterhin verletzte Mittelstürmer erhöht die Wahrscheinlichkeit extrem, die Fehler in der Defensive wettzumachen. „Mein Gott, dann ist das halt so“, sagte Rose in Lissabon zu den derzeitigen Ausfällen. Der Kader sei „groß genug“. Groß genug schon, gut genug aber nicht.