e-Football RHEINPFALZ Plus Artikel Dirk Stürzebecher ist an der Konsole der Beste im Südwesten

Hat nur Heimspiele: Dirk Stürzebecher in seinem ganz eigenen Stadion in Harthausen.
Hat nur Heimspiele: Dirk Stürzebecher in seinem ganz eigenen Stadion in Harthausen.

Dirk Stürzebecher (20) aus Harthausen spielt beim TuS Mechtersheim II in der A-Klasse Fußball. Der Innenverteidiger liebt seinen Sport aber auch neben dem – realen – Platz: Er spielt erfolgreich an der Konsole das Fußballsimulationsspiel FIFA 21 und wurde Meister der vom Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) ausgerichteten eVerbandsliga.

„Ich habe aus schulischen Gründen mit FIFA aufgehört. Corona hat mich zurück an die Konsole gebracht“, erzählt der Student. Vor allem in der sogenannten „Weekend League“ sorgte er für Aufsehen. Dort gilt es, am Wochenende in 30 Spielen so erfolgreich wie möglich abzuschneiden. Stürzebecher schaffte es Anfang März, alle 30 Spiele zu gewinnen: „Das war natürlich mein größter Erfolg. So habe ich es an diesem Wochenende unter die Top 200 der Welt geschafft.“

Auf den eFootball-Bereich beim SWFV ist er auf Zufall aufmerksam geworden. Er hatte sich dann für den Winter Qualifier angemeldet: Vereine aus dem SWFV-Gebiet konnten einen Spieler stellen, der für sie antritt. Es war auch möglich, dass mehrere Spieler für einen Verein dabei waren und sich bei den Spielen abwechseln. 90 Mannschaften aus dem gesamten SWFV-Gebiet nahmen teil. Stürzebecher wurde Erster und qualifizierte sich so für die höchste eFootball-Liga: die Verbandsliga. Auch hier gewann der 20-Jährige den Großteil seiner Begegnungen. Nur eine Partie endete Unentschieden: „Hier gab es Verbindungsprobleme beim Gegner. Da konnte kein reibungsloses Spiel durchgeführt werden.“

Ein Zeitvertreib, aber kein Ersatz für echten Fußball

Seinen Meistertitel verhinderte das nicht. Bekannt ist er unter dem Gamertag „stuerze01“. „Es ist natürlich schon etwas besonderes für mich, als bester Spieler in unserer Region zu gelten“, bekennt Stürzebecher. Für ihn ist klar, dass das Spiel am Bildschirm den realen Fußball nicht ersetzen kann: „Das ist Zeitvertreib. Ich habe einfach nichts Besseres zu tun gehabt. Nach meinem Schlüsselbeinbruch lag ich nur rum.“ Von diesem hat er sich mittlerweile wieder erholt.

Vorfreude auf FIFA 22

Große Ziele für die aktuelle Serie des FIFA-Spiels hat er jetzt nicht mehr. Er freut sich auf FIFA 22. „Da will ich mich für die Weltrangliste qualifizieren. Dafür muss ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt mindestens einmal 27 Spiele in der Weekend League gewinnen“, erklärt er. Dann gelte er als ein verifizierter Spieler und darf in einem Qualifikationsmodus antreten, der ihm eine Auflistung in der Weltrangliste ermöglichen würde. Außerdem will er in FIFA 22 sein hohes Niveau halten. Seine Spiele überträgt er auf der Streaming-Plattform „twitch“. „Eigentlich mache ich das nur für meine Freunde, damit sie mir zuschauen können“, klärt er auf. „Die Nachfrage ist nur leider nicht mehr so groß wie am Anfang. In der Corona-Hochphase war das anders“, erinnert er sich.

Einen besonderen Höhepunkt gab’s vor Kurzem. „Ich habe die Weekend-League-Rewards im Stream bei YouTuber Eli Gella aufgemacht“, erzählt Stürzebecher. „Rewards“ sind die Belohnungen, die er als Top-200-Spieler nach dem Wochenende erhalten hat. Eli Gella ist einer der erfolgreichsten deutschen YouTuber, der jeden Donnerstag die Belohnungen der Top-200-Spieler öffnet. 30.000 Zuschauer waren in der Übertragung – bei Stürzebecher sind es sonst im Optimalfall 30... „Ich war wahnsinnig nervös, das muss ich schon zugeben. Dadurch habe ich mir aber eine größere Reichweite erarbeitet“, berichtet er.

Ach ja: Wenn der junge Mann mal nicht an der Konsole sitzt, dann arbeitet er für sein Bachelor-Studium zum Betriebswirt. Stürzebecher studiert an der Uni Bayreuth.

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