Eishockey
Die Zweibrücker „Hornets“ auf großer Weltmeisterschaftssbühne
Insgesamt 116 Eishockey-Fans umfasste die Gruppe aus Kindern, Jugendlichen, Trainern und Eltern des EHC Zweibrücken, die unter den rund 9100 Zuschauern in Ostrau die deutsche WM-Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis lautstark anfeuerte. Einige wenige hatten wegen der Flutwelle am Wochenende in Zweibrücken kurzfristig noch absagen müssen.
Die Gruppe war bestens ausstaffiert: mit Trikots, Schals und Mützen, zudem waren fast alle in Schwarz-Rot-Gelb geschminkt. Sie alle sahen in Tschechien ein kampfbetontes, spannendes Vorrundenspiel gegen die Franzosen, die zweimal führten, ehe die Kreis-Truppe die Partie zum 6:3-Sieg drehte. Obwohl das mit dem Zusehen so eine Sache ist, wie Ralf Wolf, Trainer der Regionalliga-Mannschaft der Zweibrücker „Hornets“, berichtete. „Wenn du mit der Familie und einer so großen Gruppe unterwegs bist, hast du eigentlich immer viel Arbeit. Getränke holen, was zu essen besorgen, Trikots kaufen, Fotos mit den Maskottchen schießen“, zählte er lachend auf.
Erinnerungen für die Ewigkeit
Und zwischendurch mussten ja auch noch Whatsapp-Nachrichten aus der Heimat beantwortet werden, wenn im Live-TV wieder jemand die „Hornets“ gesichtet, es mit dem Handy gefilmt und zum Beweis, dass die „Hornissen“ jetzt quasi weltweit bekannt sind, wieder zurück nach Tschechien geschickt hatte. „Es hat allen viel Spaß gemacht. Für die Kinder sind das bestimmt Erinnerungen für die Ewigkeit“, mutmaßte der 44 Jahre alte Wolf aus dem westpfälzischen Winterbach hinterher zufrieden.
„Wir hatten aber auch Top-Plätze, in Reihe acht, direkt hinter dem Tor, die uns der Deutsche Eishockey-Bund verbilligt zur Verfügung gestellt hat“, sagte Wolf. Er selbst hatte sich vorher schon die WM-Partien Polen gegen Lettland und USA gegen Deutschland angesehen „und dabei nicht so gut gesessen“. Als nach dem Match auch noch Bundestrainer Harold Kreis auf dem Weg zu seinen Interviews auf der„Hornets“-Tribüne vorbeischaute und sogar Fotos mit den kleinen Kufen-Cracks machen ließ, war die Freude perfekt.
Zweimal täglich Eistraining für kleine Kufen-Cracks
Da konnte die EHC-Gruppe nach ihrem WM-Abstecher am Ende eines erfüllten Tages im Bus ganz entspannt die Heimreise antreten. Denn die 34 „Hornets“-Kinder samt Anhang sind in den Pfingstferien eigentlich in Trencin untergebracht, rund 160 Kilometer entfernt. In der Stadt in der Westslowakei, aus der die früheren EHC-Spieler Miroslav Hantak, Lukas Srnka, Tomas Vodicka und Radovan Pastorek allesamt stammen, haben die „Hornets“ zum zweiten Mal ihre Zelte für ein Jugendtrainingslager aufgeschlagen.
„Camp 2024“ trugen viele der Teilnehmer stolz auf ihren grauen T-Shirts zur Schau. Ein Hotel mit direkt angeschlossener Eishalle ermöglichte vor Ort an den meisten Tagen zweimal Eistraining mit den Vereinscoaches. Dazu kamen außerdem: Zumba-Training, ein Drachboot-Rennen oder der aufregende Besuch des früheren NHL-Profis Branko Radivojevic (Philadelphia Flyers, Minnesota Wild) am Mittwoch, der an zwei Olympischen Spielen teilnahm und nun Manager von HK Dukla Trencin ist.
Noch bis Samstag stählen sich die „Young Hornets“ täglich auf dem Eis, bevor sie in der Nacht zum Sonntag die Heimreise antreten. Während der Trainingszeiten der Kids gibt es für die Eltern in der Zwischenzeit ein eigenes Erwachsenen-Programm abseits des Eises. Am Donnerstag fahren sie zum Beispiel von Trencin rund 200 Kilometer ins benachbarte Polen, zur Gedenkstätte des früheren NS-Konzentrationslagers Auschwitz.