Handball
Die neue DNA der TSG Haßloch
„Die Trainer haben die Philosophie mitgebracht, mit Tempo rauszukommen, mit schnellen Anspielen zu agieren“, erzählt Rechtsaußen Dennis Gregori. „Das hat gefruchtet. Wir sind zu einfachen Toren gekommen.“ Der schnelle Handball, ergänzt der Linkshänder, „gefällt uns ja auch“, obwohl das hohe Tempo auf die Pumpe gehe.
Cheftrainer Andreas Reckenthäler erzählt von vielen Intervallläufen in der Saisonvorbereitung. Sprints in der Halle gehörten inzwischen zum Trainingsalltag. „Am Anfang der Woche ist das Training immer hart, unangenehm“, gesteht Gregori schmunzelnd. Als er und Cotrainer Philip Rogawski die TSG übernommen hätten, seien Aggressivität und Tempo im Haßlocher Spiel nicht vorhanden gewesen, erinnert sich Reckenthäler. „Konditionell war die Mannschaft in keinem guten Zustand.“ Aber so, wie er Handball liebe, bedürfe es einer gewissen Grundkondition. „Eine aktive Deckung, um das Angriffsspiel des Gegners zu zerstören“, gehöre dazu. Dass dies neu für Haßloch sei, habe er schon öfter gehört. Dennis Gregori nennt es „eine neue DNA“.
Warum die Zeit knapp war
Dass die TSG trotz der zwei jüngsten Niederlagen, vieler verletzter und kranker Spieler Tabellenplatz sechs nach acht Partien einnimmt, war nicht zu erwarten. In der vergangenen Saison hatte sich das Team erst im letzten Spiel der Abstiegsrunde kurz vor dem Abpfiff mit dem Tor zum 30:30 gegen Tusem Essen II den Verbleib in der Dritten Liga gesichert. „Es war eine Viertelsekunde vor Schluss“, beschreibt der Sportliche Leiter Thomas Müller die Dramatik im Mai. Sein Problem danach in der Kaderplanung: „Potenzielle Neuzugänge waren zu dieser Zeit schon weg. Zum Glück konnten wir halten, wen wir hatten.“
Längst führe er wieder Gespräche mit Spielern für die nächste Saison, sagt Müller. Und Reckenthäler will mit seinen Männern dafür sorgen, in Liga drei zu bleiben. „Es ist nicht wichtig, bestes Pfälzer Team zu sein“, sagt er: „Wichtig ist, dass wir frühzeitig aus dem Abstiegskampf raus sind.“
Poster sorgen für Motivation
Dabei behilft er sich auch mit Motivationssprüchen auf Postern, die er vor einer Partie in der Kabine aufhängt. „90 Prozent sind Kopfsache – wenn der Kopf funktioniert, funktionieren auch die Beine und Arme“, bringt es Dennis Gregori auf den Punkt. „Keine Frage, die Trainer machen einen guten Job“, sagt Müller.
Er hat auch die Kosten im Blick. Der Corona-Lockdown habe Geld gekostet: Coronatests, Miete für die Pfalzhalle in Haßloch zum Trainieren sowie Fahrtkosten standen laut Müller null Einnahmen gegenüber. „Da hinken wir heute noch hinterher“, sagt er. „Und wir wissen nicht, was an Energiekosten auf uns zukommt. Dann ist da immer noch die Pandemie.“ Reckenthäler bleibt optimistisch. „Das mit den Trikots wird nie wieder passieren“, sagt er, lacht und spielt auf die kürzlich in Haßloch vergessenen Jerseys fürs Spiel in Gummersbach an. „Jeder im Team hat seine Aufgaben. Die nehmen wir ernst.“