Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Die Defensivtaktik des SV Waldhof im Umgang mit Corona-Fällen

Training abgesagt: Bis Mittwoch ist am Alsenweg wenig los.
Training abgesagt: Bis Mittwoch ist am Alsenweg wenig los.

Markus Kompp nutzte das spielfreie Fußball-Wochenende in der Dritten Liga, um sich ein paar Urlaubstage zu gönnen. Nach dem guten Saisonstart des SV Waldhof Mannheim war der Impuls richtig, kurzzeitig entspannen zu wollen – aber die Realität holte den Geschäftsführer schnell ein.

Mehrere Corona-Infektionen im Kader und dem Trainerstab der Mannheimer sorgten dafür, dass Kompp das Handy nicht lange aus den Augen lassen konnte. „Hinsichtlich des aktuellen Stands müssen Sie sich bei Jochen Kientz informieren“, sagte Kompp auf telefonische Nachfrage. Der Sportchef der Waldhöfer ist für die Abwicklung der Thematik zuständig. Kientz ist in erster Linie darauf bedacht, die Glut, die der Corona-Ausbruch im Kader verursacht hat, verbal auszutreten. „Es gibt hier keine Schuldzuweisungen. Wir wissen nicht, woher das Virus kam“, sagt der 49-Jährige. Der Klub und die Mannschaft seien mit anderen Problemen gut klargekommen und würden deshalb „diese Steinchen auch aus dem Weg räumen“.

Training zwei Tage lang ausgesetzt

Weil die Brocken aber offensichtlich doch größer sind als dargestellt, wurden die für Montag und Dienstag geplanten Trainingseinheiten abgesetzt. „Die Gesundheit unserer Spieler und Mitarbeiter steht an erster Stelle“, begründete Kientz die Maßnahme. Vielleicht wollte der Sportchef mit dem verlängerten freien Wochenende für das Team zudem verhindern, dass eine sehr kleine Gruppe die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel beim TSV 1860 München starten muss.

Offensichtlich, so wird es rund um den Alsenweg hinter vorgehaltener Hand erzählt, sind eine Reihe von Akteuren der Mannheimer nicht gegen das Virus geimpft und müssen deshalb, auch wenn sie nicht selbst infiziert sind, in häuslicher Isolation verbleiben. In Absprache mit den örtlichen Gesundheitsämtern soll bis Mittwoch geklärt werden, für welche Spieler und für welche Team-Offiziellen weiterhin eine häusliche Isolation nötig ist – und wer im Gegensatz dazu für die Partie bei den Münchner Löwen am Samstag eingeplant werden kann.

Ausfälle für TSV 1860 München drohen

Ungeachtet des Ausgangs der Gespräche sind die sportlich zuletzt sehr stabilen SVW-Cracks durch die Corona-Diskussion aus dem Tritt gekommen. Kientz möchte das nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir haben einen guten und starken Kader“, erklärt der Sportchef mit Blick auf mögliche Ausfälle für die Partie beim TSV 1860. Es ist aktuell nicht bekannt, wer auszufallen droht, aber es scheint klar, dass coronabedingt nicht alle Mannheimer für das nächste Drittligaspiel zur Verfügung stehen.

Genauere Informationen, wie viele oder welche Spieler und Personen aus dem Trainerstab betroffen sind, geben die Mannheimer nicht nach außen. Im Gegensatz zu anderen Klubs, die offensiv mit dem Thema umgehen, versuchen die Waldhöfer ihr Glück in einer „So-wenig-wie-möglich-preisgeben“-Politik.

Keine Pressekonferenz, keine Interviews

Die Marschroute des Vereins im Umgang mit den Corona-Fällen war schon vor der Absage der Trainingseinheit am Montag offensichtlich geworden. Interviews mit Spielern, ungeachtet des geplanten Inhalts, wurden kategorisch ausgeschlossen. „Das ist leider nicht möglich“, lautete die Antwort auf eine entsprechende Anfrage. Zusätzlich erfolgte die Ankündigung, dass die vor Drittliga-Partien obligatorische Pressekonferenz in den Tagen vor dem Spiel in dieser Woche ausfällt.

x