Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Die Adler warten noch auf „den finnischen Baumstamm“

Gut gelaunt zum Trainingsstart: Adler-Trainer Pavel Gross (rechts) mit Neuzugang Jordan Szwarz.
Gut gelaunt zum Trainingsstart: Adler-Trainer Pavel Gross (rechts) mit Neuzugang Jordan Szwarz.

Die Adler Mannheim sind zurück in ihrem Revier. Knapp sechs Wochen vor dem Saisonstart in die Deutsche Eishockey-Liga bat Trainer Pavel Gross seine Mannschaft am Montag erstmals komplett auf das Eis in der Nebenhalle der SAP-Arena. Fast komplett, denn vier Spieler fehlten aus unterschiedlichen Gründen.

in Mannheim und redete nach dem gemeinsamen Trainingsauftakt auch nicht lange um den heißen Brei herum: „Unser Saisonziel ist klar: Wir wollen die beste Mannschaft nach der Hauptrunde sein. Wir wollen um die Meisterschaft mitspielen. Das sind die Ansprüche hier. Und das sind gesunde Ansprüche.“

Dafür hätte er gerne von Anfang an seinen kompletten Kader zur Verfügung gehabt, aber das russische Talent Ruslan Iskhakov musste in Moskau noch Details zu seinem Visum klären, und der finnische Verteidiger Ilari Melart bekam „Vaterschaftsurlaub“ nach der Geburt seines zweiten Kindes. Er wird erst Ende der Woche zum Team stoßen. Dort freut man sich schon. „Wir sind gespannt auf unseren finnischen Baumstamm“, sagte Matthias Plachta lachend.

Rendulic ist zurück

Er freute sich aber auch über viele bekannte Gesichter im Adler-Kader. Und auch ein Teil der Neuen benötigte keine lange Eingewöhnungszeit. Borna Rendulic zum Beispiel, der nach einem Jahr in Schweden wieder in die gewohnte Umgebung zurückgekehrt ist, „und auch viele der anderen Spieler sind zum Beispiel aus der Nationalmannschaft oder anderen Gelegenheiten bekannt“, sagte Plachta. So groß ist die Eishockeywelt schließlich nicht.

Rendulic ist froh, dass er wieder zurück ist: „Durch Corona habe ich nicht so viel von Schweden mitbekommen. Normal wurde das Leben erst wieder hier in Mannheim.“ Zu einem Trainingsweltmeister ist der 29-Jährige auch in Schweden nicht mutiert. „Das ist der schlimmste Teil von Eishockey“, meinte er mit Blick auf die knapp sechswöchige Vorbereitung, zu der ab Ende August auch die vier Spiele in der Champions League zählen.

Dem Neuen die Stadt gezeigt

Ganz neu im Team ist hingegen der Kanadier Nigel Dawes. Der 36-jährige Kanadier kann auf immerhin 212 Spiele in der NHL und weitere 543 Partien in der osteuropäischen Profiliga KHL verweisen. Auch er fühlt sich nach nur knapp einer Woche in Mannheim gut aufgehoben. „Die Jungs haben mich gut aufgenommen und mir schon einiges von der Stadt und einige Restaurants in Mannheim gezeigt.“ Seine Rolle im Team ist ihm noch nicht ganz klar: „Ich bin natürlich ein erfahrener Spieler und kann Tore machen, aber ich kann verschiedene Rollen spielen und alle erfüllen.“ Letztlich komme es darauf an, wo ihn die Mannheimer Trainer sehen, erklärte der Kanadier, der nächste Woche einen weiteren Schritt machen wird, um sich in Mannheim heimisch zu fühlen. Dann zieht Ehefrau Cassandra zu ihm und bringt auch den Sohn mit, der ab dem kommenden Schuljahr die erste Klasse in der internationalen Schule in Heidelberg besucht.

Der Finanzchef sorgt sich

Nur bei Adler-Geschäftsführer Matthias Binder ist die Laune aktuell noch ein wenig getrübt. Und das liegt nicht an dem, was auch er zum Auftakt auf dem Eis gesehen hat: „Ich glaube, wir haben in diesem Jahr eine tolle Truppe in der Kabine.“ Und, anders als im Vorjahr, sei der Kader auch schon zum Saisonbeginn nahezu komplett, können die Trainer von Anfang an den Abläufen arbeiten. Aber die wirtschaftliche Seite macht ihm Sorgen. „Eigentlich würden wir gerne mit dem Dauerkartenverkauf beginnen“, erklärte er. Aktuell gebe die Landesverordnung eine 50-prozentige Auslastung der SAP-Arena her. Aber das Damoklesschwert der Inzidenzzahlen schwebt über den Adlern. „Danach könnten wir wieder auf 200 Besucher zurückfallen.“ Er erhofft sich ein Signal der Politik, Verordnungen nicht allein auf Basis der Inzidenzen zu erlassen. „Das wird nämlich dem Impffortschritt in keiner Weise gerecht“, betonte Binder.

Matthias Plachta, David Wolf und Tim Wohlgemuth (von links) präsentieren die neuen Trikots der Adler.
Matthias Plachta, David Wolf und Tim Wohlgemuth (von links) präsentieren die neuen Trikots der Adler.
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