Motorradsport RHEINPFALZ Plus Artikel Deutschland in Herxheim dank Schützenhilfe Teamweltmeister

Packende Kurvenfahrt von Lukas Fienhage (rechts) und Erik Riss (links).
Packende Kurvenfahrt von Lukas Fienhage (rechts) und Erik Riss (links).

12.500 Zuschauern sehen beim Sandbahnrennen in Herxheim ein packendes Mannschaftsweltfinale. Im letzten Lauf liegt das Team aus Tschechien auf Titelkurs, aber ein Fahrer aus Frankreich lässt den Goldtraum platzen und kürt Deutschland zum Weltmeister.

Eine gefühlte Ewigkeit galt es nach der zweijährigen Unterbrechung durch die Corona-Pandemie zu warten, ehe wieder ein Sandbahnrennen in Herxheim gestartet werden konnte. Gestern war es endlich wieder soweit. Im Mannschaftsweltfinale, das 12.500 Zuschauer sehen wollten, galt es für die deutsche Auswahl, in den sechs zu absolvierenden Vorläufen vor allem ins Finale zu fahren. Dies gelang der deutschen Auswahl um Teamchef Josef Hukelmann dann auch punktgleich mit dem tschechischen Team.

Wie wichtig der direkte Finaleinzug war, zeigte sich bei den Niederländern: Diese verpassten um nur einen einzigen Zähler den direkten Finaleinzug und mussten in den Hoffnungslauf, in dem sie an den Franzosen scheiterten. Die Franzosen sollten dann auch im Finallauf das Zünglein an der Waage spielen.

Tresarrieus Attacke

Erik Riss, der nach vier Jahren Abstinenz wieder auf die Langbahn zurückkehrte, fuhr ein starkes Rennen für Deutschland und führte auch im Finale das Feld an. Auf den Plätzen zwei und drei fuhr im Finallauf das tschechische Duo Martin Malek und Josef Franc. Das hätte Tschechien auch den Titel beschert, da Lukas Fienhage aus Lohne nur Fünfter war und es so 13:12 für Tschechien stand.

Mit einer beherzten Attacke ausgangs der Zielkurve sprengte der Franzose Mathieu Tresarrieu jedoch das tschechische Duo, fuhr in einem Fotofinish noch auf Rang drei vor. Damit waren die Titelträume der Tschechen geplatzt, da es nun 12:12 stand und durch den Laufsieg von Erik Riss das deutsche Team Weltmeister war – somit nach 2017 den Titel erstmals wieder nach Deutschland holte.

Traurige Tschechen

„Ich wusste nicht, dass ich Deutschland zum Weltmeister machen würde. Ich bin mein Rennen wie immer gefahren und wollte den vor mir fahrenden Fahrer überholen“, kommentierte der Franzose den entscheidenden Überholvorgang. „Im Team haben alle einen großartigen Job gemacht. Unser Ziel war Gold, das wäre historisch gewesen, aber es hat leider nicht geklappt“, bedauerte Josef Franc.

Großer Jubel herrschte natürlich im deutschen Team. „Vorm Finale war ein wenig Anspannung da“, gestand der Punktbeste, Erik Riss, „die Bahn hat sich im Laufe des Rennens immer weiter entwickelt und es war nur noch eine schnelle Linie ganz außen, und die Frage war dann, wer fährt von wo weg. Unsere Idee war, dass ich von innen los und direkt raus in die schnelle Linie fahre und Lukas dann seinen Weg findet. Letzten Endes hat es dann mit etwas Glück auch funktioniert.“

Lokalmatador stürzt schwer

Innerhalb des Mannschaftsweltfinales fuhren im Rahmenprogramm in Herxheim die internationale Gespannklasse sowie die nationalen Klassen ihre Sieger aus. Bei den internationalen Gespannen schied Karl Keil nach einem Sturz aus, doch das aus Landau stammende Duo Patrick Zwetsch mit Victor Caric (Beifahrer) fuhr bis ins Finale und es reichte zum fünften Rang. Markus Brandhofer setzte sich im Gespannrennen mit Beifahrerin Nadine Pierick vor dem britischen Gespann Mitch Godden und Paul Smith durch. Dritter wurde Manuel Meier, der mit seiner Schwester Melanie fuhr.

In der nationalen Soloklasse war Lokalmatador Dustin Schultz im Finale in einen schweren Sturz verwickelt. Der Herxheimer musste mit Rippenverletzungen mit einem Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden. Der Finallauf wurde nicht wiederholt – es gewann Daniel Spiller vor Julian Bielmeier und Martin Theobald.

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