Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsche Nationalmannschaft gewinnt WM-Auftaktspiel verdient

Der Lohn: Juri Knorr wurde zum besten Spieler der Partie gekürt. Seine Mitspieler gratulieren.
Der Lohn: Juri Knorr wurde zum besten Spieler der Partie gekürt. Seine Mitspieler gratulieren.

Viel Licht, aber auch Schatten. Mit einem 31:27 gegen Katar startet die deutsche Nationalmannschaft in die Weltmeisterschaft. Nach einer starken ersten Halbzeit baut das Team ab. Zwei Spieler stechen hervor.

Island ließ grüßen. Wie schon bei der Generalprobe am vergangenen Wochenende spielte die deutsche Mannschaft am Freitag vor 2500 Zuschauern in der Spodek-Arena sehr wechselhaft. Es ging gut, Deutschland schlug Katar zum WM-Auftakt 31:27.

Nach einer überzeugenden ersten Halbzeit, nach der die deutsche Mannschaft deutlicher als 18:13 hätte führen können, ließ das Team nach der Pause merklich nach, musste die Katarer wieder auf ein Tor herankommen lassen. „Das war eine Parallele zu den Testspielen. Wir müssen dahin kommen, dass wir die gute Leistung über 60 Minuten zeigen. Das muss unser Anspruch sein. Wir sind einen Schritt weiter“, meinte Kapitän Johannes Golla. „Wir sind sehr froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Ich wusste, dass wir es drauf haben. Als wir nur noch ein Tor Vorsprung hatten, war das Spiel auf Messers Schneide“, kommentierte der starke Rechtsaußen Patrick Groetzki.

Viele leichte Fehler

Die deutsche Mannschaft hatte schon vor der Pause einen 0:4-Lauf, fing sich wieder, in der zweiten Halbzeit war die Schwächephase gravierend. In der 51. Minute stand es nur noch 26:25. Es kam viel zusammen. Im Angriff passierten viele leichte Fehler, das Spiel war nicht mehr so druckvoll, die Abstände in der Abwehr wurden größer, und: jeder Abpraller landete tatsächlich beim Asienmeister. Wie frustrierend! Gut, dass Torhüter Andreas Wolff erneut eine klasse Leistung zeigte. Er hielt auch am Ende einige wichtige Bälle. Aber kurz vor Schluss humpelte der Keeper vom Feld. Noch in der Kabine unterzog er sich einer Ultraschall-Untersuchung. Die Diagnose: Er zog sich eine leichte Zerrung zu. Er scheint jedoch nicht auszufallen. Trainer Alfred Gislason meinte: „Ich bin mir sicher, dass unsere medizinische Abteilung das bis Sonntag hinbekommt.“

Serbien der nächste Gegner

Sonntag, genau. Rasch geht es weiter. Dann kann das deutsche Team mit einem Sieg gegen Serbien (18 Uhr, ARD) bereits das Ticket für die Hauptrunde lösen.

Von Vorteil wäre es auf jeden Fall, wenn es dann keine Schwächephasen geben würde. „Wir haben uns einen guten Vorsprung erspielt, schaffen es aber nie, das Spiel in unsere Richtung zu lenken. Das müssen wir uns ankreiden lassen, dass wir bis zum Schluss Druck hatten“, meinte Regisseur Juri Knorr, mit acht Toren und sechs Vorlagen der auffälligste deutsche Feldspieler. Der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen übernahm auch am Ende Verantwortung, verwandelte seine vier Siebenmeter, weswegen er von Bundestrainer Alfred Gislason ein dickes Lob erhielt, auch wenn ein, zwei Anspiele an den Kreis nicht ankamen. Das kann passieren. „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, betonte Gislason. Der Lohn: Juri Knorr erhielt die Auszeichnung für den besten Spieler der Partie.

Vieles klappt am Anfang

Die Mannschaft begann konzentriert. Lampenfieber zum WM-Auftakt? Mitnichten. Die deutschen Fans sangen schon zur Halbzeit „Oh, wie ist das schön“.

Vieles klappte zunächst. So stand die deutsche Abwehr – wie in den Testspielen gegen die wendigen Isländer – ausgezeichnet. Torhüter Andreas Wolff machte da weiter, wo er in Bremen und Hannover aufhörte. Der Innenblock mit Johannes Golla und Julian Köster stand. Auf die halbrechte Abwehrseite zog Bundestrainer Alfred Gislason Christoph Steinert, im Angriff kam für ihn Kai Häfner. Steinert war in den Duellen mit dem besten Spieler der Katarer, dem gebürtigen Kubaner Rafael Capote, sehr aufmerksam. Der Halblinke Capote warf fünf Tore.

Durch die kompakte Abwehr kamen die Deutschen immer wieder ins Tempospiel, dem agilen Patrick Groetzki gelangen vier Treffer. In der ersten Halbzeit machte die deutsche Mannschaft viel Spaß!

Die Nerven behalten

Am Ende behielt sie die Nerven. Nach dem 26:25 schaffte die junge, unerfahrene Auswahl einen Zwischenspurt zum 29:25, die Hürde Auftaktspiel war genommen. „Das war ein bisschen holprig, wichtig sind die zwei Punkte“, meinte Julian Köster.

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