Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsche Frauen versprechen: Gegen Spanien wird der Betzenberg brennen

Im Visier der Fotografen und Kameraleute: das Abschlusstraining der DFB-Elf auf dem Betze.
Im Visier der Fotografen und Kameraleute: das Abschlusstraining der DFB-Elf auf dem Betze.

Abschlusstraining auf dem Betzenberg vor dem ersten von zwei Nations-League-Finalspielen gegen Spanien. In Kaiserslautern soll der Grundstein für den Titel gelegt werden.

Auf dem Parkplatz vor der Südtribüne parkt das DFB-Fanmobil. Ein Ticketschalter für das so wichtige Länderspiel der deutschen Frauen gegen Spanien ist geöffnet. Hier gibt es Akkreditierungen, und es bilden sich Schlangen. Ein paar Frauen mit dem offiziellen DFB-Bändchen und der Eintrittskarte um den Hals gehen Richtung Stadion, plaudern fröhlich. Spanische Wortfetzen sind zu hören.

Der Presseraum im Fritz-Walter-Stadion ist kaum wiederzuerkennen. „Deutschland“ steht jetzt in Weiß auf der Vorderseite des großen roten Pults, auf dem sonst „FCK“ steht. Ein halbes Dutzend Kameras ist aufgebaut. Rechts neben einem überdimensionalen Mischpult ist eine Kabine aufgebaut. Drin sitzt ein Mann, der alles übersetzt, was bei der Abschluss-Pressekonferenz gesprochen wird und über Kopfhörer an die zahlreichen spanisch sprechenden Journalisten sendet.

Die Krönung für den richtigen Weg

An den Stadioneingängen stehen Ordner, der Rasen ist beleuchtet. Nationaltrainer Christian Wück und die stellvertretende Kapitänin Janina Minge erklären am Pult, wie sehr sie sich auf die zwei Spiele bei der Uefa Nations League freuen. „Wir sind in Finalstimmung“, sagt Wück euphorisch. Seit die Spielerinnen angekommen seien, habe man gespürt, dass es hier um etwas gehe. Seine Mannschaft sei den richtigen Weg gegangen, der mit dem Unentschieden in den Niederlanden begonnen habe, wo sich das Team über viele Hindernisse hinweg für die Finalspiele qualifiziert habe. Und der im Halbfinale gegen die Französinnen fortgesetzt worden sei. „Das wollen wir jetzt natürlich krönen, gegen die Spanierinnen, die uns alles abverlangen werden, bestehen und den Pokal in Händen halten.“

Auch Minge hat gespürt, „dass was Besonderes ansteht“, spricht von „zwei absoluten Highlight-Spielen, die wir mit dem Titel krönen wollen.“ Sie freut sich auf die besondere Atmosphäre der beiden Finalbegegnungen. Auf das Rückspiel am Dienstag in Madrid, im Stadion mit 70.000 Plätzen. Aber vor allem auf Kaiserslautern. „Der Betzenberg ist was ganz, ganz Besonderes“, schwärmt Minge. „Viele Familymitglieder werden kommen, viele Freunde. Von daher glaube ich, dass wirklich das Stadion brennen wird. Und das ist was, was uns auf jeden Fall weiterbringen, noch ein paar Prozent rausbringen wird.“

„Wir wollen den Spanierinnen weh tun“

Wück pflichtet ihr bei: „Wir wollen versuchen, zu Hause den Grundstein zu legen. Das Stadion ist ja fast ausverkauft. Bis morgen ist es das vielleicht. Wir wollen das Feuer von den Publikumsrängen auf den Platz bringen und den Zuschauern was zurückgeben.“

Anders als bei der EM-Begegnung mit den Spaniern in der Schweiz soll diesmal ein Sieg her, wie die stellvertretende Kapitänin deutlich macht. „Wir wissen, dass wir in der Lage sind, den Spanierinnen weh zu tun. Wir wollen mutig Fußball spielen, erstmal schauen, dass wir kein Gegentor kriegen, aber uns auch was zutrauen, mutig nach vorne spielen.“

Der Coach ergänzt: „Wenn wir es schaffen, die Effizienz reinzubringen, die wir leider im EM-Halbfinale nicht hatten, dann können wir schon das ein oder andere Tor schießen. Das ist das, was uns bei der EM gefehlt hat. Aber ich glaube, die beiden Spiele gegen die Französinnen haben uns gezeigt, dass wir die richtigen Schlüsse daraus gezogen, dass wir auch an den richtigen Hebeln angesetzt haben.“

Bergers schwierige Anreise Richtung Pfalz

Sydney Lohmann und Camilla Küver (muskuläre Probleme), für die sicherheitshalber Bibiane Schulze Solano nachnominiert wurde, werden nach Auskunft des Bundestrainers nicht zum Einsatz kommen. Torhüterin Ann-Katrin Berger hatte bis vor dem Abschlusstraining nicht mit der Mannschaft trainiert. Wück: „Sie ist einsatzfähig. Ob sie spielen wird, weiß ich nicht.“ Sie habe eine strapaziöse Anreise aus den USA gehabt, ihr Flug sei mehrfach verschoben und dann abgesagt worden. Am Donnerstag stand sie zum ersten Mal wieder zwischen den Pfosten. Wück wollte diese Einheit abwarten und die Entscheidung, ob sie spielen wird, am Freitag treffen.

15 Minuten lang durften die spanischen und deutschen Journalisten sowie die Fußballfrauen des FCK das Training verfolgen. Es ist gespenstisch ruhig im Fritz-Walter-Stadion. Die Frauen in Rot sind gut gelaunt, lachen schon beim Aufwärmen und genießen die Atmosphäre. Am Freitag um 20.30 Uhr, wenn die Partie angepfiffen wird, wird es dort so richtig laut. 38.500 Karten sind verkauft. Es gibt noch ein paar Restkarten.

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