Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Der neue Adler: Erstes Spiel, erster Sieg, erstes Tor

Am Dienstag gelandet, am Mittwoch schon auf dem Eis – und gleich Torschütze: Markus Hännikäinen.
Am Dienstag gelandet, am Mittwoch schon auf dem Eis – und gleich Torschütze: Markus Hännikäinen.

Das 3:1 der Adler Mannheim gegen die Straubing Tigers geriet Olympia- und coronabedingt zum ersten Heimsieg in der Deutschen Eishockey-Liga seit dem 16. Januar. „Wir sind froh, dass wir gegen so eine starke Mannschaft die Punkte geholt haben“, erklärte Adler-Trainer Pavel Gross, der aber nicht mit dem ganzen Spiel seiner Mannschaft einverstanden war.

Gross ist als Trainer bekannt für unkonventionelle Maßnahmen. Seine Auszeit knapp vier Minuten vor der zweiten Drittelpause gehörte dazu. „Wir haben zu viel in die Breite gespielt, und wir hatten zu wenig Geschwindigkeit“, erklärte er den ungewohnten Schritt der direkten Ansprache. Gross sah den Erfolg: „Im dritten Drittel wurde es wieder besser.“

Tatsächlich gehörten der zweite und auch der dritte Abschnitt vor allem den Gästen. Sie kamen mit viel Druck vors Mannheimer Tor, in dem Felix Brückmann alle Hände voll zu tun hatte. „Wir haben uns zu sehr auf dem 3:0 ausgeruht und sind nicht mehr gut Schlittschuh gelaufen“, befand der Torhüter. Mark Katic (3.) nach toller Vorarbeit von Ruslan Iskhakov, und Neuzugang Markus Hännikäinen (12.), der den Schuss von Verteidiger Denis Reul entscheidend abfälschte trafen im ersten Durchgang, der eher blasse Nigel Dawes erzielte auf Pass von Jordan Szwarz (29.) das 3:0. Brückmann war daran direkt beteiligt, hatte den Puck auf Szwarz gespielt und erhielt deshalb ebenfalls einen Scorerpunkt. „Nicht so wichtig“, befand er: „Wichtiger ist, dass wir dieses Spiel gewonnen haben.“

Der Motor stottert noch

Das war bei dem Druck der Gäste tatsächlich nicht selbstverständlich, aber mit Brückmann, Glück und Geschick ließen die Adler nur das 3:1 (Brandt, 46.) zu. Keine Glanzleistung, aber ein Sieg. „Ja, der Motor stottert im Moment noch etwas“, räumte Brückmann ein. Es sei gerade jetzt aber kein falscher Zeitpunkt dafür: „Wir brauchen jetzt Sachen, an denen wir arbeiten können, damit wir in den Play-offs ins Laufen kommen.“

Darauf freut sich auch Hännikäinen. Der 28-Jährige kam als voraussichtlich letzter Neuzugang in den Kader der Adler, wechselte vom finnischen KHL-Team Jokerit Helsinki. „Mit Jokerit haben wir die Saison auf Grund des Krieges in der Ukraine vorzeitig abgebrochen“, erklärte er und freute sich, endlich wieder auf dem Eis stehen zu können: „Mein letztes Spiel war Anfang Januar.“ Die multinationale KHL ist russisch dominiert. Für diese lange Pause erwies er sich von Anfang an als belebendes Element. „Ich hatte schon vorher Kontakt zu den Adlern“, verriet er. Ein möglicher Wechsel hatte sich im Sommer noch zerschlagen, „aber jetzt ging alles sehr schnell.“

Schnellentschlossener Neuzugang

Fast zu schnell, denn erst am Dienstag gelandet, absolvierte er nur das Abschlusstraining mit seinen neuen Teamkollegen. „Die Trainer haben mich gefragt, ob ich bereit bin zu spielen, und ich habe gesagt, dass ich genau dafür hier bin.“ Dass es beim ersten Einsatz auch gleich mit dem ersten Treffer geklappt hat, sei ein Bonus.

Es folgt aber gleich wieder eine Pause: Das für Freitag geplante Spiel der Adler in Augsburg wurde wegen erneuter Corona-Fälle im Kader der Panther angesagt. Bitterer für die Mannheimer: Lean Bergmann (sechs bis acht Wochen) und Matthias Plachta (fünf Wochen) fallen wegen Beinverletzungen lange aus.

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