Fussball
Der BVB rückt den Bayern auf die Pelle
Das tückische Coronavirus hatte bei Mainz 05 zwar im Besonderen ganz unterschiedliche Verläufe unter den betroffenen Personen ausgelöst, nicht aber im Allgemeinen den Widerstandsgeist dieses Kaders niedergerungen. Dennoch reichte es im ersten Spiel nach dem Covid-19-Massenausbruch Anfang des Monats nicht zu einem Erfolgserlebnis.
Ein später Treffer von Axel Witsel nach Freistoßhereingabe von Giovanni Reyna sollte diesen zerfahrenen Abnutzungskampf entscheiden (87.). Ausgerechnet der eingewechselte Mainzer Routinier Daniel Brosinski verschätzte sich. Trainer Bo Svensson war dennoch nicht unzufrieden: „Ich habe kaum eine Dortmunder Torchance in diesem Spiel gesehen. Unsere Leistung war absolut in Ordnung. Wir sind hart bestraft worden.“
Große Erleichterung in Schwarz-Gelb
Auf der Gegenseite war die Erleichterung riesig. „Wenn man in Mainz spielt, ist es nicht einfach, aber man kann nicht immer schönen Fußball spielen“, sagte Matchwinner Witsel. „Das ist ein gutes Signal für die nächsten Spiele“, befand der 33-Jährige. Der Tabellenzweite pirschte sich damit an den FC Bayern an, doch fraglich ist, ob in dieser Verfassung wirklich Ambitionen auf die Meisterschaft wirklich berechtigt sind.
Denn die ausnahmslos aus Profis bestehende Mainzer Startelf machte nie den Eindruck, als könne sie körperlich nicht mithalten. Eher war die spielerische Armut des Tabellenzweiten erschreckend, der kaum Kontrolle über das hektische Geschehen bekam. Viel zu statisch trug der BVB seine Kombinationen vor, die schon weit vor dem Strafraum versandeten. Klar, mit Mats Hummels, Raphael Guerreiro, Marco Reus und den erst nach knapp einer Stunde eingewechselten Erling Haaland fehlten Stützen, aber die mangelnde Dominanz war bestimmt nicht der Matchplan des Ex-Mainzers Marco Rose. Auch sein Ex-Klub hatte abgesehen von einer Chance durch Jonathan Burkardt (27.) zwar keine echten Abschlussaktionen, dennoch war der gesperrte Alexander Hack zur Halbzeit sehr zufrieden. „Es sind ungewöhnliche Zeiten, wir haben teilweise nur mit sieben, acht Spielern trainiert. Aber wir hatten immer Spaß miteinander“, lobte der Abwehrmann seine Kollegen.
Dortmund reagierte auf die harmlosen Angriffsversuche mit Haalands Hereinnahme. Seine Direktabnahme wehrte Keeper Robin Zentner ab (68.). Am Gegentor traf den im letzten Moment noch fit gewordenen Schlussmann keine Schuld, der seine Enttäuschung hinterher nicht verbergen konnte: „Es ist extrem ärgerlich, wie wir dieses Spiel verlieren. Diese Niederlage schmerzt wirklich.“
So spielten sie
FSV Mainz 05: Zentner - Tauer (77. Brosinski), Bell, Niakhaté - Widmer, Stach (71. Papela), Stöger, Lucoqui - Burkardt, Ingvartsen (71. Boetius) - Onisiwo
Borussia Dortmund: Kobel - Passlack, Can, Pongracic, Schulz - Witsel - Dahoud (69. Reyna), Bellingham - Wolf (57. Haaland), Malen (69. Brandt), Hazard
Tor: 0:1 Witsel (87.) - Gelbe Karten: Bell (7), Stach (5), Lucoqui (2) - Wolf (3), Dahoud (5), Pongracic (3), Witsel (3) - Beste Spieler: Zentner, Bell - Malen, Witsel - Zuschauer: 25 000 - Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel).