Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Den Rhein-Neckar Löwen droht der Abstiegskampf

Wetzlar feiert, Patrick Groetzki ist betrübt.
Wetzlar feiert, Patrick Groetzki ist betrübt.

Die Rhein-Neckar Löwen haben auch das vierte Spiel mit ihrem neuen Trainer Ljubomir Vranjes nicht gewonnen. Am Sonntag gab es gegen die HSG Wetzlar eine 27:30 (13:15)-Heimniederlage. Der Blick in der Tabelle muss nach unten gehen.

Droht den Löwen tatsächlich der Abstiegskampf? Ljubomir Vranjes zögerte, sagte dann: „Wenn wir so weiterspielen, natürlich.“ Sein Kommentar: „Es haben einige Sachen gefehlt. Die Mannschaft spielt, kämpft, aber es läuft überhaupt nicht. Wir glauben nicht an uns selbst.“ Vor allem mit der Körpersprache in den letzten Minuten war er überhaupt nicht einverstanden. Bis zur 55. Minute betrug der Rückstand ja zumeist nur ein Tor.

Eine Kopfsache

„Es ist eine Kopfsache. Ein jeder von uns hat ja schon bewiesen, dass er Handball spielen kann. Wir können besser spielen als das, was wir gerade zeigen“, meinte Juri Knorr. Patrick Groetzkis Mängelliste sah so aus. „Wir machen zu viele technische Fehler, haben eine schlechte Wurfquote, kriegen einfache Gegentore, machen zu wenig Druck auf die 5:1-Deckung.“

Es war das typische Bild in der SAP-Arena. In der Abwehr machten es die Rhein-Neckar Löwen recht ordentlich, im Angriff taten sie sich schwer. Das lag eben auch an der zunächst offensiven Defensive der Hessen, die sich mit Emil Mellegard weit nach vorne wagten. Zudem hielt Nationaltorhüter Till Klimpke ausgezeichnet. Er parierte auch einige wichtige freie Bälle, in der 39. Minute blieb er auch im Siebenmeterduell gegen Andy Schmid der Sieger.

Klimpke: keinen Plan

Das war ein extrem wichtiger Moment, denn erstmals hätten die Löwen da bei 18:18 wieder in Führung gehen können. „Die Löwen hatten überhaupt keinen Plan, was sie mit unserer 5:1-Abwehr machen sollen“, frohlockte Till Klimpke, der das Duell gegen seinen Nationalmannschaftskameraden Joel Birlehm klar gewann.

HSG-Trainer Benjamin Matschke freute sich über den Auswärtssieg, durch den Wetzlar weiter den fünften Platz belegt. „Ich bin sehr glücklich über die Art und Weise, wie meine Mannschaft Handball gespielt hat. Wir wollten alle zehn Minuten einen Systemwechsel, das hat sie gut gemacht. Till hat uns in wichtigen Phasen geholfen“, unterstrich der Coach.

Bei den Löwen lag die Last wieder fast ausschließlich auf dem 38-jährigen Andy Schmid. Seine Nebenmänner im Rückraum enttäuschten. Vor allem Niclas Kirkelökke erwischte einen rabenschwarzen Tag. Er erzielte ein Tor, bei neun (!) Versuchen. Albin Lagergren spielte trotzdem nur kurz, am Ende warf er den Ball durch ein waghalsiges Anspiel weg, genau so wie Ymir Gislason wenig später bei einem Konterversuch.

Vranjes ernüchtert

Ljubomir Vranjes wirkte ein wenig ernüchtert am Sonntag. Am Donnerstag steht das Spiel beim Tabellenletzten GWD Minden an. „Die Wende, das wird nicht einfach“, sinnierte er.

So spielten sie

Rhein-Neckar Löwen: Birlehm, Katsigiannis - Kirkelökke (1), Schmid (8/4), Nilsson (2) - Groetzki (5), Zacharias (2) - Gislason (1) - Patrail, Knorr (2), Kohlbacher (3), Lagergren (2), Horzen (1)

HSG Wetzlar: Klimpke - Cavor (1), Fredriksen (2), Rubin (9) - Novak, Mellegard (3) - Danner (4) - Holst (1/1), Nyfjäll (7), Mirkulovski, Weissgerber (1), Srsen (2)

Spielfilm: 3:3 (5.), 5:6 (10.), 7:8 (16.), 10:11 (22.), 13:15 (Halbzeit), 16:17 (36.), 19:20 (42.), 21:23 (48.), 24:24 (52.), 25:27 (55.) - Zeitstrafen: 2/2 - Siebenmeter: 5/4 - 1/1 - Beste Spieler: Schmid, Groetzki - Rubin, Klimpke, Nyfjäll - Zuschauer: 3566 - Schiedsrichter: Heine/Standke (Göttingen/Wendeburg)

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