Meinung
Das war nur die Pflichtübung
Fünf Spiele, fünf Siege, 18:1-Tore: Die Bilanz unter Hansi Flick in der WM-Qualifikation liest sich glanzvoll. Weniger glanzvoll waren die Gegner: Liechtenstein, Armenien, Island, Rumänien, Nordmazedonien. Nationen, die nicht im Verdacht stehen, kurzfristig zur Weltspitze gezählt zu werden.
Um die Lobeshymnen, die gerade auf die DFB-Elf und ihren Trainer gesungen werden, einzuordnen: Wie wäre die öffentliche Reaktion auf einen 2:0-Rumpelsieg in Liechtenstein oder einen 2:1-Zittererfolg gegen Rumänien wohl ausgefallen, wenn anschließend nicht Flick, sondern Joachim Löw vor die TV-Kameras getreten wäre?
Topteams noch nicht geschlagen
Letztlich hat die deutsche Nationalmannschaft mit der Qualifikation für die WM in Katar in der einfachsten aller europäischen Quali-Gruppen ihre Pflicht erfüllt. Die souveräne Art und Weise bei der Erfüllung des Auftrags ist löblich, aber kein Nachweis für zurückerlangte Stärke.
Den müssen Flicks Kicker irgendwann in der nahen Zukunft erbringen, in dem sie gegen Teams wie Spanien, Frankreich, England oder Italien nicht nur ordentlich mithalten, sondern verdientermaßen gewinnen. Im ersten Schritt würde es vielleicht sogar reichen, wenn Deutschland gegen die Schweiz, gegen die Türkei oder Dänemark schlagen würde, die allesamt besser einzuschätzen sind als die bisherigen Kontrahenten der Flick-Ära.
Es ist ein gutes Zeichen, dass sich die deutschen Fußballer stark genug halten, um bei der WM große Ziele in Angriff zu nehmen. Noch haben sie allerdings nicht nachgewiesen, dazu in der Realität in der Lage zu sein.