Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Das Comeback von Bayer Leverkusen – Werkself in der Champions League

Königsklasse: Die Spieler von Bayer Leverkusen jubeln mit dem zweifachen Torschützen Patrick Schick hinten).
Königsklasse: Die Spieler von Bayer Leverkusen jubeln mit dem zweifachen Torschützen Patrick Schick hinten).

Nach einer schwachen ersten Halbzeit dreht Bayer Leverkusen die Partie bei der TSG 1899 Hoffenheim, gewinnt 4:2 und qualifiziert sich für die Königsklasse. Die Gastgeber sind enttäuscht.

Es war das Comeback des 33. Spieltages. 1:2 lag Bayer Leverkusen zur Pause zurück, bot zunächst bei strahlendem Sonnenschein eine Runde Sommerfußball. Aber dann: In der zweiten Halbzeit legte die Werkself zu, nutzte die Abwehrschwächen der Gastgeber locker aus und gewann mit einem 3:0-Lauf die zweite Halbzeit und das Spiel. Und Bayer machte mit dem Auswärtserfolg auch den Sprung in die Champions League klar. Der scheidende Sport-Geschäftsführer Rudi Völler höchstselbst eilte auf den Platz und bedankte sich bei den Spielern und Trainer Gerardo Seoane. Die Spieler feierten mit ihren Fans, es gab T-Shirts für die Profis mit der Aufschrift: „Back again – Königsklasse, die 13.“

Hoffenheim enttäuscht

Szenenwechsel, Stimmungsumschwung. Die Hoffenheimer kickten ein paar Bälle in die Fankurve. Was für eine Enttäuschung. Torhüter Oliver Baumann stellte sich den Anhängern, danach klatschen sich die Spieler mit Teilen der Fans ab. Durch das frühe 0:1 des 1. FC Köln im Spiel gegen den VfL Wolfsburg war Rang sieben wieder in Reichweite, aber es reichte einfach nicht. Es reichte nicht in den vergangenen Wochen – und es reichte nicht gestern.

Symptomatisch: Der Fehlschuss von Andrej Kramaric in der 79. Minute, nach einem Pfostenschuss von Jacob Bruun Larsen flog der Ball zu dem Torjäger, doch er verfehlte das Tor aus kurzer Distanz. Trainer Sebastian Hoeneß hatte dem Kroaten auf der Zielgeraden die Spielführerbinde anvertraut, um ihn noch einen Tick mehr zu motivieren.

Indiskutable Abwehrleistung

Verloren hat die TSG die Partie durch eine indiskutable Abwehrleistung. „Wir führen in der 73. Minute noch 2:1, das Spiel hat sich gedreht. Das war extrem enttäuschend“, haderte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß. Die Treffer für Bayer fielen zu einfach, die Bayer-Asse Patrik Schick und Moussa Diaby in den Griff zu bekommen, das misslang den Hoffenheimern. Der K.o.: Vor dem 2:4 vertändelte der eingewechselte Sebastian Rudy den Ball, Lukas Alario machte in der Nachspielzeit alles klar. Kapitän Jonathan Tah meinte: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, viele hatten nicht mehr an uns geglaubt.“ Bayer-Trainer Gerardo Seoane sagte: „Wir freuen uns, dass wir Rudi einen würdigen Abschied geben konnten. Sensationelle zweite Halbzeit.“

Grillitsch verabschiedet

Vor dem Spiel verabschiedete die TSG 1899 drei Spieler. Vor Ort war Florian Grillitsch, der schon länger seinen Wechselwunsch hinterlegte, aber offiziell noch keinen neuen Verein hat. Ebenfalls den Klub verlassen Havard Nordtveit und Chris Richards, beide sind verletzt. Havard geht zurück nach Norwegen, bei Richards endet die Leihe mit dem FC Bayern München. Aber vielleicht kommt er ja ein drittes Mal. Und es menschelte ein bisschen vor dem Anpfiff. Der seit September 2020 verletzte Ermin Bicakcic durfte beim Aufwärmen mitmachen, die Fans forderten, den Vertrag mit dem sehr beliebten Abwehrspieler zu verlängern. Bicakcic zog sich damals in der Partie gegen den FC Bayern einen Kreuzbandriss zu.

TSG 1899 Hoffenheim: Baumann - Kaderabek, Posch, Vogt, Raum - Samassékou (78. Bruun Larsen), Stiller - Baumgartner (69. Rudy) - Rutter (55. Bebou), Dabbur, (70. Skov) Kramaric

Bayer Leverkusen: Hradecky - Kossounou, Tah, Tapsoba, Hincapie (46. Bakker) - Aranguiz, Andrich (64. Palacios) - Diaby, Azmoun (64. Alario), Paulinho (84. Baumgartlinger) - Schick (84. Sinkgraven)

Tore: 1:0 Rutter (22.), 1:1 Schick (34.), 2:1 Baumgartner (36.), 2:2 Diaby (73.), 2:3 Schick (76.), 2:4 Alario (90. +1) - Gelbe Karte: Dabbur (5) - Beste Spieler: Baumgartner, Rutter - Schick, Diaby - Zuschauer: 20.033 - Schiedsrichter: Willenborg (Osnabrück).

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