Pferdesport
Das Comeback der Haßlocher Waldrennbahn
Im Mittelpunkt des Renntags steht die mit 7000 Euro dotierte Haßlocher Meile (13.45 Uhr). 59 Pferde gehen an den Start, das ist überragend. Bei den bisherigen Rennen auf den Südwestbahnen in Mannheim oder Zweibrücken rückten meist nur fünf oder sechs Vollblüter in die Startbox ein. Die Aktiven schätzen die faire Linienführung der Waldrennbahn ganz in der Nähe des Holiday-Parks.
Rennvereinspräsident Christian Keller blickt voller Vorfreude aufs Comeback nach mehrjähriger Pause: „Die Voraussetzungen sind ideal. Die besten Reiter kommen, die Qualität der Pferde ist hoch. Das Geläuf ist bestens präpariert.“ Gleich in der Auftaktprüfung für die Dreijährigen ist mit Kalymnos aus dem Bremer Quartier von Andreas Wöhler ein Pferd mit einer Nennung für das Deutsche Derby in Hamburg dabei, die Auenqueller Stute Go Quick startete 2023 sogar im „Preis der Winterkönigin“. Aus München reist René Piechulek an, der auf Torquator Tasso 2021 mit dem Prix de l'Arc de Triomphe in Paris das wichtigste Rennen der Welt gewann.
Thore Hammer-Hansen und die Pfalz
Sechsmal in den Sattel steigt Thore Hammer-Hansen. Er reitet erstmals in Haßloch, kennt aber die Pfalz bestens. Als kleiner Junge hat er während der Meetings in Iffezheim mit seinen Eltern viele Jahre im südpfälzischen Freckenfeld gewohnt. Er entstammt einer Turfdynastie, Vater Lennart Hammer-Hansen und der unvergessene Opa Manfred Prinzinger gehörten zu den erfolgreichsten Sattelkünstlern der letzten Jahrzehnte. Seine jüngere Schwester Sophie absolviert eine Lehre als Pferdewirtin am Kölner Stall von Andreas Suborics.
Hammer-Hansen könnte die Dominanz von Bauyrzhan Murzabayev und Andrasch Starke beenden, die beiden einzigen Gewinner des Jockeychampionats in den letzten Jahren. Der in Köln geborene 23-jährige Däne führt die Wertung aktuell mit 17 Siegen an, kehrte nach seiner Lehre beim englischen Startrainer Richard Hannon im vergangenen Herbst zurück nach Deutschland. Er ist aktuell der einzige Privatjockey Deutschlands. Seit dem 1. November 2023 steigt er für Eckhard Sauren in den Sattel. Der Großbesitzer und Fondsmanager, Fußballfans als Vizepräsident des 1. FC Köln bekannt, hat bei verschiedenen Trainern in Köln und Krefeld knapp 30 Pferde im Training. Mit dem vierjährigen Hengst Assistent feierte des Duo mit dem Gewinn des Kölner Grand-Prix Aufgalopps gleich zu Jahresbeginn einen großen gemeinsamen Erfolg auf höchster Ebene.
Am Samstag ist Hammer-Hansen mit zwei aussichtsreichen Ritten für die lokale Trainergilde unterwegs. In der zweiten Prüfung steuert er den vierjährigen Lokalmatadoren Mascani, der Präsident Keller gehört. In der Haßlocher Meile gehört er mit dem gleichaltrigen Wallach Shayan des Zweibrücker Trainers Christian Peterschmitt zu den Favoriten.
Früher Beginn
Der Renntag beginnt sehr früh, weil die ersten fünf Prüfungen in Frankreich übertragen werden. Die Provisionszahlungen des staatlichen Wettanbieters PMU sind lebenswichtiger Bestandteil der Finanzierung vieler deutscher Renntage. Die Wettumsätze sind im pferdeverrückten Nachbarland viel höher. Deshalb ist auch der Tag in Haßloch finanziell abgesichert. „Das ist jetzt wieder ein Anfang. Künftig wollen wir wieder zwei oder drei Renntage jährlich anbieten“, sagt Keller.