Sport Danners bislang größter Erfolg
OFFENBACH. Mit einer Überraschung endete gestern der „Große Preis der Sparkasse SÜW“ in Offenbach. Christoph Danner vom Team Möbel Ehrmann kam nach 119,7 Kilometern als Erster ins Ziel, weil er die richtige Taktik gewählt hatte und mit den schwierigen Bedingungen am besten klarkam.
90 Sekunden Vorgabe bekam die schwach besetzte B-Klasse mit auf die Reise. Die A-Klasse, durchsetzt mit einigen Profis aus dem Kontinental-Bereich, ließ es aber gemütlich angehen. Nach drei von 19 Umläufen führten die rund 20 B-Amateure mit knapp 2:30 Minuten Vorsprung das Rennen an. Während sich vor allem Michael Gannopolskij (Boos-Bianchi) und Carsten Siegel (Team Erdinger Bellheim) in den Prämiensprints aufrieben, fuhr Danner zurückhaltend, wissend, dass er in der A-Klasse ein starkes Team in der Hinterhand hatte. Nach etwa der Hälfte des Rennens kam Bewegung ins Feld. Vorne versuchte es Gannopolskij alleine, was wenig Erfolg versprach, aus der A-Klasse setzten sich vier Fahrer, darunter auch der Herxheimer Patrick Lechner (Bike-Aid), ab und schlossen schnell zur B-Klasse auf. In der 15. Runde setzte Lechner die entscheidende Attacke aus dieser größeren Gruppe heraus. „Ich habe reagiert, bin mitgefahren“, erklärte Danner. Die beiden fuhren eine halbe Minute Vorsprung heraus. Dahinter schloss das Feld der A-Klasse in der vorletzten Runde zur Verfolgergruppe auf. „Wir haben Christoph voll vertraut und wussten, dass er den Sprint gewinnen kann“, sagte Ehrmann-Kapitän Simon Nuber: „Deshalb haben wir auf dem Feldweg etwas das Tempo herausgenommen und das Feld gebremst.“ In der Spitze leistete Danner längst die meiste Arbeit. Lechner, der schon Kraft in der Aufholjagd lassen musste, bekam zwei Runden vor Rennende immer mehr Probleme mit der nasskalten Witterung: „Ich bin krank von einer Rundfahrt im Ausland zurückgekommen. Dazu der Temperaturunterschied. Dort waren es 50 Grad ...“ Gestern regnete es ab der zwölften Runde, alle Fahrer waren im Ziel durchgefroren. Deshalb konnte Lechner im finalen Sprint nichts mehr entgegensetzen. „Die Entscheidung fiel schon an der Kirche. Ich merkte, dass er Probleme hatte, meinem Tempo zu folgen“, sagte der überglückliche Danner, der das Ziel mit etwa 80 Meter Vorsprung erreichte. Für den Sohn des Teammanagers Günther Danner war dies der bisher größte Erfolg. Für das Team war es nach Nubers Sieg am Sonntag in Sinzheim-Kartung ein perfektes Wochenende, zumal Nuber noch den Sprint der Verfolger souverän gewann und so Dritter wurde.