Tennis
Dankbar, auf dem Tennisplatz stehen zu können
Es ist alles andere als eine normale Medenrunde, weil es pfalzweit im Tennis keine Auf- und Absteiger gibt. Die Resonanz auf die freiwillige Runde ist aber überwiegend gut. „Wir haben fast nur positive Rückmeldungen bekommen“, sagt der Geschäftsführer des Tennisverbandes Pfalz, Thomas Knieriemen.
Der Kaiserslauterer selbst gehört zu den Leidtragenden der Corona-Pandemie. Denn er hätte gerne Herren 55 und Herren 60 gespielt, doch in der Oberliga sind keine Konkurrenzen zusammengekommen. Und bei den Herren mitzumischen, kam für ihn nicht in Frage, denn er wollte keinem Jüngeren den Platz wegnehmen beim TC RW Kaiserslautern. Dessen Trainer und Verbandscoach Neil Prickett war froh, dass seine Schützlinge spielen konnten und können, „weil sie den Wettkampf brauchen“. Ähnlich sieht es auch der Ludwigshafener Verbandstrainer Robert Pfeffer, für den das Umsetzen der Hygiene-Regeln „teilweise schwierig, aber machbar“ war und ist.
BASF TC sehr erfolgreich
Die Saison in der Oberliga der Aktiven, in der es keine Absteiger gibt, ist schon wieder abgeschlossen. In diesem Jahr feiert der BASF TC Ludwigshafen mit seinen beiden zweiten Mannschaften bei Damen und Herren einen Durchmarsch. In beiden Konkurrenzen sind die Ludwigshafener Teams ohne Niederlage Meister geworden. Den Erfolg stuft Herren-Mannschaftsführer Steffen Neutert ganz bescheiden allerdings als „coronabedingt“ ein. Und anders als in den Klassen von der Pfalzliga an abwärts ist es für die BASF-Teams auch um etwas gegangen. Denn Mitte August wird es für Damen und Herren eine Aufstiegsrunde geben. Ein schweres Los droht vor allem den Herren, die es wahrscheinlich mit dem TC Weinheim zu tun bekommen werden. Die Partie würde dort auch stattfinden. „Das ist ein schwerer Gegner“, sagt Steffen Neutert, der mit den erfolgreichen Teams am vergangenen Sonntag eine kleine Abschlussfeier gemacht hat. Beim Grillfest waren auch die Herren 30 dabei, die in die Bundesliga aufgestiegen sind. „Wir haben immer zusammen gespielt. Wir spielen zum Spaß und freuen uns auf die Bundesliga“, sagt Steffen Neutert. Alle Spieler, die für das 30er-Bundesliga-Team starten, werden allerdings weder in der Zweitliga-Mannschaft oder einem Regionalliga-Team, sollte der Aufstieg klappen, eingesetzt werden dürfen.
Gute Mischung aus jung und alt in Weilerbach
Eine Klasse tiefer in der Verbandsliga hingegen läuft der Spielbetrieb noch. Die sonderbare und andere Runde in diesem Jahr bringt auch eine ungewöhnliche Spielpaarung mit sich. Am 30. August wird in der Verbandsliga-Gruppe mit den Pfälzer Teams erst zum letzten Mal der Platz abgezogen, wenn der TC Weilerbach den einzigen nicht pfälzischen Klub in der Gruppe empfängt, den TC Weiler. Es läuft ganz gut für das Team um Sebastian Backe, der vor einigen Jahren schon vom TC RW Kaiserslautern nach Hause zurückgekehrt ist. Weil sie sich von Kindesbeinen an kennen, hat in diesem Jahr auch Pascal Krauth für die Weilerbacher gemeldet. Außerdem kam ähnlich kurzfristig noch die Nummer eins aus Neunkirchen, Paul-Georg Günther, zur Mannschaft. „Wir haben eine gute Mischung“, sagt Sebastian Backe – aus jung und alt und Pfälzern und Saarländern. Aktuell liegen die Westpfälzer auf Rang drei der vom TC Mutterstadt angeführten Tabelle. Auf die Dienste ihres Mexikaners Aitor Aramburu verzichten die Weilerbacher in diesem Jahr, er müsste für 14 Tage in Quarantäne wegen Corona. Aber die Norditaliener sind in diesem Jahr beide schon einmal zum Einsatz gekommen, Marco de Rossi und Paolo Dagnino, was zeigt, dass die Runde ernst genommen wird.
Godramstein Pfalzliga-Meister
Stolzer Meister der Herren-Pfalzliga ist das Sextett der TSG Landau-Godramstein. In einer kleinen Viererrunde hat das Team um Steffen Baum gerade mal drei Spiele gehabt und die alle drei gewonnen. „Wir haben uns gesagt, wir geben Gas, weil es am Ende vielleicht sogar einen Nutzen haben wird“, sagt der Landauer mit Blick auf die Hintertür in Sachen Aufstieg. Denn eigentlich gibt es in diesem Jahr weder Auf- noch Absteiger. Allerdings kommt der Meister der Pfalzliga als Nachrücker in der Verbandsliga in Frage. „Es ist eine Übergangsrunde, aber der Aufstieg ist eventuell möglich“, sagt der 32-Jährige, für den der Sport im Mittelpunkt stand. „Wenn man auf dem Tennisplatz steht, dann hat man Spaß. Wir hatten aber weniger Druck. Es war ein gelösteres, befreiteres Spielen“, sagt Steffen Baum, der FCK-Fan ist und bleibt und auch Dauerkarten-Besitzer in der Westkurve ist.
Herxheimer Damen auf Meisterkurs
Die Damen haben in der höchsten Spielklasse in der Pfalz in diesem Jahr doppelt so viele Termine. Und die haben sie gerne. Weil alle Spielerinnen aus der Schule raus sind, ist es kein Problem für die Herxheimerinnen, dass bis Mitte August gespielt wird. In diesem Jahr anzutreten, das hat die Mannschaft auf keinen Fall bereut. „Wir sehen es als gutes Training“, sagt Nina Fasch. Das Team des TC BW Herxheim, das einmal in der Woche bei Ivan Donic trainiert, führt die Pfalzliga-Tabelle an. Drei Siege in drei Spielen hat die Mannschaft um die 19-Jährige aus Hatzenbühl bisher gefeiert. Und sollte es so weitergehen, dann wäre es „cool“, Meister zu werden. „Wir geben unser Bestes“, sagt die Mannschaftsführerin, für die sich die Saison ohne Auf- und Absteiger „normal anfühlt“.