Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Beim Siegtor der Adler Mannheim keimen Erinnerungen auf

Das Siegtor: Von Nico Krämmers Kufen prallt die Scheibe ab.
Das Siegtor: Von Nico Krämmers Kufen prallt die Scheibe ab.

Die Adler haben am Donnerstag die erste Chance auf den schnellen Einzug ins Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga. Nach zwei von maximal fünf Spielen führen die Mannheimer in der Serie gegen die Straubing Tigers mit 2:0. Ein Selbstläufer wird die Partie am Straubinger Pulverturm (19.30 Uhr/Magenta Sport) deshalb aber beileibe nicht.

Manchmal wiederholt sich auch Sportgeschichte. „Von Nico Krämmers Schienbein abgefälscht landete der Puck im Tor“ – das war vor einem Jahr. Krämmers Tor bedeutete damals den 4:3-Siegtreffer in der Verlängerung und den Einzug ins Halbfinale ebenfalls gegen Straubing. „Ja, einen kurzen Moment habe ich an letztes Jahr gedacht“, räumte der mittlerweile 29-jährige Niederbayer ein. Denn erneut war es in die Verlängerung gegangen, und erneut stand der unermüdliche Arbeiter richtig – das 2:1. Dieses Mal bekam er die Scheibe an den Schlittschuh. Weil die Schiedsrichter aber auch nach intensivem Videostudium keine Kickbewegung erkannt hatten, zählte der Treffer, jubelten die Adler.

Den richtigen Riecher bewiesen

„Ich kenne Borna ja jetzt schon eine Weile, deshalb habe ich mich auf das lange Eck konzentriert“, beschrieb Krämmer die spielentscheidende Szene. Er selbst hatte den Puck zu seinem Kollegen Rendulic gepasst, hatte sich dann um das Tor von Tyler Parks herum in Position gebracht und bewies damit den richtigen Riecher.

Eigentlich erstaunlich, denn Krämmer hatte zuvor einiges einstecken müssen, bekam unter anderem im Mitteldrittel den Schläger von Travis St. Denis ins Gesicht. Gestört hat es offensichtlich weder den Mannheimer Angreifer, noch dessen Riecher. „Es sind Play-offs“, lautet oft die lakonische Antwort aller Eishockeyspieler in der wichtigsten Zeit des Jahres. Stoppen konnte Krämmer das alles nicht. „Ich glaube, wir haben den Zuschauern eine ganz gute Show geliefert“, sagte er nach der Schlusssirene mit einem breiten Grinsen.

„Verwundete Tiger“ sind gefährlich

Eine Vorentscheidung ist aber noch nicht gefallen. Da war sich Krämmer mit seinem Trainer Bill Stewart einig. Zumal Gästecoach Tom Pokel gewarnt hatte: „Verwundete Tiger sind am gefährlichsten.“ Und es war ja auch nicht so, dass die Adler ihren Gegner an die Wand gespielt hätten. Im Gegenteil. Es war ein offenes Duell mit vielen Zweikämpfen, aber mit immer weniger Spielfluss, je weiter die Uhr vorangeschritten war. „Es war ein sehr enges Spiel, in dem jeder Zweikampf hart geführt und um jeden Spielzug gekämpft wurde“, bilanzierte Krämmer und erntete damit Stewarts Zustimmung: „Beide Mannschaften sind gleichwertig. So eine Serie ist eine Werbung für die Liga. Es macht Spaß zuzusehen.“

Zumal auch die SAP-Arena wieder voll besetzt werden kann. Die Energie von 10.255 Fans sprang aufs Eis über. „Das war auf der Bank schon ein Thema“, räumte der Siegtorschütze ein. Am Ende hatte Mannheim eben ein wenig mehr Scheibenglück – und den starken Felix Brückmann im Tor.

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