Em-Tagebuch
Auf dem Weg zur Handball-EM - ein Lob der Bahn
Kaum hatte ich den Mannheimer Hauptbahnhof betreten, bekam ich auch schon ein Wortzipfelchen zu fassen. „Ich möchte mich beschweren. Mein Zug ist früher losgefahren als ausgewiesen“, sagte eine ältere Frau zu der Servicekraft am Info-Schalter.
Hahahaha. Früher losgefahren? Die Deutsche Bahn? Also bei mir ist sie seit Jahr und Tag eher in Verzug. Wobei: Die Reise nach Bratislava zur Handball-Europameisterschaft hat vorzüglich geklappt. Aus verschiedenen Gründen entschied ich mich gegen einen Flug. Kurz haben wir in der Redaktion auch die Möglichkeit erörtert, einen der Dienstwagen zu nehmen. Aber dagegen sprach die Jahreszeit, und vielleicht geht es ja auch noch weiter – nach Budapest ...
Keine Komplikationen
Die Fahrt verlief ohne Komplikationen, in München hatte ich eine Stunde Wartezeit, bevor ich in den rustikalen Zug nach Wien umstieg. Auf der Speisekarte unter anderem: Zillertaler Schliachternudeln und Hendlgeschnetzeltes. Auch beim Zwischenhalt in Wien war die relativ knapp bemessene Umstiegszeit von 15 Minuten überhaupt kein Problem. Pünktlich um 18.44 Uhr kam ich in Bratislava-Petrzalka an, nach Halt in Götzendorf/Leitha, Bruck/Leitha, Parndorf Ort, Parndorf, Neudorf bei Parndorf, Gattendorf, Pama und Kittsee.
Hotel liegt etwas außerhalb
Mein Hotel liegt nicht in der Altstadt, sondern in einer Wohngegend, etwas höher gelegen, rund einen Kilometer vom Zentrum entfernt. Das Haus schien bei meiner Ankunft auf den ersten Blick etwas verlassen, aber der wortkarge Spätdienst an der Rezeption, Lieblingsbuch: Die Entdeckung der Langsamkeit, hielt tapfer die Stellung ...
Selbstverständlich haben wir das Für und das Wider dieser Dienstreise in der Omikron-Welle debattiert, nach privaten Turbulenzen im Junioren-Bereich stand der Trip noch auf der Kippe, aber es ging alles gut, und nun studiere ich das Tarifsystem der lokalen Busbehörde, um in die Ondrej-Nepala-Arena zu gelangen, meine Akkreditierung abzuholen. Die erste Denksportaufgabe!