Sport Auf dem Weg in die Weltklasse

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Rouen. Ab 17.45 Uhr trifft die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Frankreich auf Saudi-Arabien, den vermeintlich leichtesten Gegner in der Gruppe. „Wir werden gewinnen. Ein Sieg ist Pflicht“, sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson gestern. Wer im September an der Lahn unterwegs war, hatte gerade da gute Chancen, Jannik Kohlbacher und Philipp Weber zu treffen. Die Handballer der HSG Wetzlar waren „fast nach jedem Training“ zum Angeln dort, wie Kohlbacher gestern im Teamquartier der deutschen Mannschaft in Rouen berichtete. So bekommt er den Kopf frei. Und der Kreisläufer ist beim Fischen „ähnlich erfolgreich“ wie beim Handball, betonte er gestern. Kohlbacher, mit 21 Jahren der jüngste Akteur im Team, spielt sein zweites großes Turnier, bei der EM in Polen firmierte er (noch) als Aufsteiger der Saison. Durch eine klasse Leistung beim Supercup zuvor schaffte er den Sprung in den EM-Kader. Am Sonntag im Spiel gegen Chile (35:14) war er der auffälligste deutsche Feldspieler, warf bei zehn Versuchen acht Tore. Patrick Wiencek durfte früh auf die Bank, das Kraftpaket aus dem Odenwald, aus Birkenau-Reisen, konnte so zeigen, was es drauf hat. Die verpasste Teilnahme bei den Olympischen Spielen hat ihn noch stärker gemacht. „Sie war logisch zu erklären. Ich habe danach noch härter trainiert, ich bin sehr ehrgeizig, wollte mir das nächste Turnier nicht vor der Nase wegschnappen lassen. Dass Hendrik Pekeler verzichtete, vor dem ich großen Respekt habe, hat mir in die Karten gespielt“, erläuterte Kohlbacher. Bundestrainer Dagur Sigurdsson adelte seinen Kreisläufer, der in dieser Saison auch in der Abwehr eine feste Größe ist. „Seit den Olympischen Spielen haben wir verstärkt auf Simon Ernst und Jannik gesetzt. Sie zeigen, dass sie schon reif sind. Beide haben sich gut reingearbeitet. Jannik hat die Möglichkeit, weltklasse zu werden.“ Das hört man als Spieler natürlich gern. „Wenn er das sagt… Er hat in den letzten zwei Jahren viel Handball-Verständnis bewiesen“, meinte Jannik Kohlbacher trocken – wie es eben so seine Art ist. Ob der Standort Wetzlar nach seinem Vertragsende bei der HSG im Sommer 2018 ihm womöglich zu klein werden könnte, darauf wollte Kohlbacher gestern nicht groß eingehen. Paul Drux (Bänderverletzung) muss heute in der Partie gegen die Saudis passen. Für den WM-Titel gäbe es übrigens eine Siegprämie von 250.000 Euro für die gesamte Mannschaft. „Trainer separat“, sagte Dagur Sigurdsson schmunzelnd. Wie DHB-Vizepräsident Bob Hanning gestern erklärte, wird Uwe Gensheimer bei keinem Vorrundenspiel der Deutschen fehlen. „Wann er wie und wo hinfährt, geht keinen etwas an“, meinte Hanning mit Blick auf die Beerdigung von Gensheimers Vater.

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