Kommentar
Anspruchsvoll für die Handballer
Die Angst, von der Bildfläche vertrieben zu werden, in der öffentlichen Wahrnehmung immer weiter nach hinten zu rutschen – das hat die Klubs der Handball-Bundesliga angetrieben. Ein Datum für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu nennen, das war wichtig und das ist am Mittwoch geschehen. Magdeburgs Trainer Bennet Wiegert hat vergangene Woche darauf gedrängt, dass die Handballer wieder eine Perspektive brauchen. Wenn es denn am 1. Oktober losgeht, hat die Bundesliga wegen der Corona-Pandemie sieben Monate pausiert. Sieben Monate! Das ist (auch) im Sport eine lange Zeit.
Es ist noch einiges zu tun
Bis zum 1. Oktober ist noch einiges zu tun. Die Handballer werden ein Hygiene-Konzept aufstellen. Wer wann genau gegen wen wie oft während der Woche spielt, ist noch offen. Da sind die Absprachen mit den Hallenbetreibern. Und vor allem: Wie viele Zuschauer können ein Heimspiel verfolgen? Was ist da vernünftig? Und: Lohnt sich ein Bruchteil der Fans überhaupt für die Klubs, um über die Runden zu kommen. Sie sind in Nöten!
Heftig für die Spieler
Auf die Spieler kommt einiges zu. Das Thema Überbelastung war ja in den vergangenen Jahren vor allem für die Nationalspieler ein Dauerbrenner. Was nun bis Juni und darüber hinaus folgt, wird noch einmal alles in den Schatten stellen. Was HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann mit „einer komplexen Situation“ umschreibt, ist tatsächlich eine Wahnsinnsaufgabe. 20 Bundesliga-Mannschaften, EM-Qualifikation, die Weltmeisterschaft in Ägypten und die Olympischen Spiele. Brutal.