Eishockey
Adler-Torwart Brückmann hat Lust auf die WM
Am Dienstag hatte sich Felix Brückmann um sechs Uhr morgens auf die Reise nach Nürnberg zum Nationalteam gemacht. Dass er dann aber zunächst zwei Tage auf dem Hotelzimmer würde verbringen müssen, damit konnte der Torwart der Adler nicht rechnen. Wegen eines auffälligen Schnelltests bei Assistenzcoach Matt McIlvane wurden die ersten Trainingseinheiten gestrichen, erst am Donnerstag ging es richtig los. „War klar, dass so etwas auch mal auch mich zukommen würde“, sagt Brückmann, wobei Mannheim ja in Corona-Hinsicht reibungslos durch die Saison gekommen war: „Hygienekonzepte und Teststrategien waren schlüssig. Und ich kann für uns sagen, dass sich auch alle im privaten Bereich an die Regeln gehalten haben.“ Lachend ergänzte Brückmann: „Ich selbst war seit November nicht mehr beim Friseur.“
Fünf Adler sind nun zum Nationalteam gestoßen: neben Brückmann die Stürmer Matthias Plachta, Marcus Eisenschmid, Stefan Loibl und Nico Krämmer. Und dann sind noch zwei künftige Mannheimer im Kader von Bundestrainer Toni Söderholm: Stürmer Tim Wohlgemuth (21), der vom ERC Ingolstadt zu den Adlern kommen wird, und Verteidiger Korbinian Holzer (33), dessen Wechsel aus Jekaterinburg als sehr wahrscheinlich gilt.
Eine harte Entscheidung vor den Play-offs
Brückmann ist für die WM in Riga (21. Mai bis 6. Juni) hochmotiviert. Klar, schließlich hatte er keinen Play-off-Einsatz. „Das war für Pavel Gross bestimmt eine schwere und harte Entscheidung“, kann sich Brückmann, statistisch bester DEL-Goalie der Hauptrunde, in seinen Klubtrainer hineinversetzen. Nach „ein, zwei nicht einfachen Tagen“ versuchte er, Dennis Endras bestmöglich zu unterstützen. In der Punktrunde hatten sich beide Torhüter wie üblich bei Gross abgewechselt. „Ich kenne Pavel ja lange und wusste, dass er in den Play-offs auf einen setzt“, sagt der 30-Jährige.
Nun hofft er auf die WM-Nominierung – und davor auf den Testspiel-Doppelpack gegen Belarus (Freitag, 17 Uhr; Samstag, 15.45). Es wären Brückmanns zweite Titelkämpfe nach der WM 2016 in Russland. „Ich zeige mich jetzt hier und hoffe, dann dabei zu sein“, sagt er: „Es ist eine total große Ehre, eingeladen zu werden.“ Die Nationalmannschaft ist eben viel mehr als Frustbewältigung.