Eishockey
Adler Mannheim: Wie Plachta fast unbemerkt einen Meilenstein setzte
Als Plachta kurz nach der derben 4:5-Niederlage in Bietigheim (nach 4:1-Führung) auf seinen besonderen Moment angesprochen wurde, musste er gequält lächeln. „Ein schwerer Tag, um sich darüber zu freuen“, befand der 30-Jährige. Er hatte gerade in der ewigen Scorerliste (Tore und Vorlagen zusammengezählt) eine Mannheimer Klubikone eingeholt, war angesichts seiner 322 Punkte mit Jochen Hecht gleichgezogen. Natürlich sei ihm im Vorfeld mitgeteilt worden, dass er in den Adler-Statistiken in dieser Königsrubrik ganz vorn mitmischt. „Aber leider Gottes wären mir in Bietigheim die drei Punkte lieber gewesen“, betonte Plachta nach dem deprimierenden letzten Spiel des alten Jahres beim Liganeuling.
Vor Hecht und (noch) hinter Ullmann
Umso unbeschwerter durfte er sich dann drei Tage später über seine nächste Vorlage und damit Scorerpunkt 323 beim 5:1-Erfolg in Köln freuen. 136 Tore und 187 Assists im Adler-Dress hievten ihn so allein auf Rang zwei – vor Hecht (322 Punkte) und noch hinter Christoph Ullmann (335). Zur Einordnung: Plachta benötigte dafür in zwölf Jahren 549 Spiele, Hecht in nur neun Jahren 431 und Ullmann in ebenfalls zwölf Jahren 647.
Nach Scorerpunkten pro Spiel liegt übrigens aus dem Kreis der insgesamt zehn besten Mannheimer Punktesammler keiner dieses Trios ganz vorn, sondern ein gewisser Pavel Gross (302 Punkte in nur 265 Spielen), bekanntermaßen heute der Trainer der Adler. Und was den sich längst im sportlichen Ruhestand befindlichen Ullmann betrifft: Dessen Spitzenposition wackelt, es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann ihn Plachta überholt. Bleibt er fit und gesund, dann ziemlich sicher schon in dieser Saison, in der er bereits 25 Scorerpunkte sammelte. Über oder an die 40 sind bei ihm die Regel pro Spielzeit.
Die Hände vom Vater geerbt
Woher er sein Talent hat, ist schnell erzählt: Vater Jacek Plachta, gebürtiger Pole, war in der 90er- und 2000er-Jahren ein in der Bundesliga und DEL erfolgreicher Stürmer. Bekannt war er für seine begnadeten Hände, die seine grandiose Stocktechnik begünstigten. Und diese Hände – inklusive des gefürchteten Handgelenkschusses – hat Matthias Plachta fraglos sein Vater vermacht. „Ich habe drei Jahre mit Jacek zusammengespielt, sicher hat Matthias auch den guten Schuss und das läuferische Talent geerbt“, weiß Pavel Gross. „Plachti hat vieles gut mitgenommen“, ergänzt Assistenztrainer Mike Pellgrims, der Jacek Plachta natürlich aus seiner Spielerkarriere auch noch gut kennt.
Die Adler-Trainer hoffen nach einer Regenerationswoche angesichts der kurzfristigen Spielausfälle auf einen volleren Kader am Sonntag, wenn die Schwenninger Wild Wings ab 19 Uhr in der SAP-Arena zu Gast sind. Korbinian Holzer und Lean Bergmann kehren ins Team zurück, wahrscheinlich auch die U20-Nationalspieler Arkadiusz Dziambor und Florian Elias.