Eishockey
Adler Mannheim im Winter Game von Kölner Haien besiegt
Zwei Jahre „Verspätung“ hatte das fünfte Winter Game der DEL-Geschichte. Für Spieler und Zuschauer sind die Begegnungen unter freiem Himmel etwas Besonderes. Über 40.000 Eishockey-Fans kamen am Samstag nach Müngersdorf, um sich die DEL-Partie der Kölner Haie gegen die Adler Mannheim anzuschauen – und das schon weit vor dem ersten Bully im sonstigen Fußballstadion des 1. FC Köln.
Es dauerte exakt eine Minute, da schoss Maximilian Kammerer die Gastgeber mit einem schönen Schuss unter die Latte in Führung. Es war statistisch gesehen der Schuss zum Sieg, denn bei den bisherigen Winter Games gewann am Ende stets das Team, das 1:0 vorne lag. Kammerers Treffer blieb aber nicht der einzige in einer unterhaltsamen Partie. Elf Minuten später war es Louis-Marc Aubry, der nach schöner Kombination mit Kammerer und Andreas Thuresson auf 2:0 erhöhte.
Holzers Selbstkritik
„Die Haie waren bereit, wir nicht“, haderte der Mannheimer Coach Bill Stewart mit der Leistung seines Teams in der Anfangsphase. Den Adlern gelang es nur selten, gefährlich vor das Tor von Haie-Keeper Mirko Pantkowski zu kommen. Entsprechend bedient war Adler-Verteidiger Korbinian Holzer in der Drittelpause. „Wir tun uns schwer, die Scheibe hinten rauszubringen. Wir müssen schneller spielen. Eigentlich müssen wir alles anders machen als bisher“, ärgerte sich Holzer.
Offenbar wurde genau das in der Pause bei den Gästen besprochen. So kamen die Adler in der 29. Minute zum Anschlusstreffer durch Ryan McInnes. Keine Wende zum Guten für die Mannheimer, die bis zu dieser Begegnung das beste Unterzahlspiel der Liga gezeigt hatten, nun aber plötzlich komplett überrumpelt wurden. Binnen einer Minute gelangen den Kölnern zwei Treffer im Powerplay. Erst traf Nick Bailen in doppelter, dann David McIntyre in einfacher Überzahl.
Krupps Schockmoment
„Das war sicherlich ein wichtiger Faktor, der zum Erfolg beitrug“, sagte später Haie-Coach Uwe Krupp. Er erlebte kurze Zeit nach dem Doppelschlag einen Schockmoment. Nach einem Zusammenstoß mit Adler-Stürmer David Wolf blieb Haie-Stürmer Landon Ferraro auf dem Eis liegen und wurde im Anschluss mit Hilfe von vier Betreuern vom Eis geführt. Er sei zur Untersuchung im Krankenhaus, informierte Krupp.
Im letzten Abschnitt kamen die Quadratestädter noch mal auf 2:4 heran. Borna Rendulic lenkte einen Schuss von Sinan Akdag unhaltbar ins Tor ab. Mehr war an diesem Abend für die Adler nicht drin. „Um sie zu schlagen, muss man ein besonderes Spiel spielen. Das ist uns heute gelungen. Ich bin sehr zufrieden“, sagte Krupp, der sich nach Spielende mit großen Augen das Abschluss-Feuerwerk ansah.
Warten auf den Dreier
Seine Haie fügten den Adlern bei deren zweiter Teilnahme an einem Winter Game die erste Niederlage zu. Vor fünf Jahren bezwangen die Mannheimer die Wild Wings aus Schwenningen mit 7:3. Einen solchen Drei-Punkte-Erfolg wünschen sich die Adler nach nun fünf Spielen ohne Sieg innerhalb von 60 Minuten sehr. Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich dem Team von Stewart erst wieder am Sonntag, 11. Dezember, beim Gastspiel in München. Zeit genug, um einige Dinge, die derzeit nicht komplett richtig laufen, einmal anzusprechen.