Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler Mannheim grübeln und verlängern Verträge

Konnte sich am Ende nur in Maßen über seine zwei Tore freuen: Adler-Stürmer Matthias Plachta (rechts).
Konnte sich am Ende nur in Maßen über seine zwei Tore freuen: Adler-Stürmer Matthias Plachta (rechts).

Ungetrübte Vorfreude auf das große bevorstehende Eishockey-Erlebnis konnte bei den Adlern Mannheim direkt nach dem Derbysieg in Frankfurt noch nicht aufkommen. Denn es gibt einiges aufzuarbeiten. Sechs Verträge wurden zudem verlängert

Zwei Tore erzielte Matthias Plachta am Dienstagabend beim 4:3-Erfolg gegen die Löwen, trotzdem beschlichen ihn „gemischte Gefühle“. Den 31-Jährigen bedrückte eine fast schon unheimliche Serie: „In den letzten vier Partien haben wir Führungen hergegeben – das geht einfach nicht.“

Konkret: Viermal in Folge fingen sich die Adler späte Gegentreffer ein, als der Kontrahent mit dem Mute der Verzweiflung jeweils einen sechsten Feldspieler für den eigenen Torwart aufs Eis gebracht hatte. Erst gegen Berlin, dann in Bietigheim, dann gegen Wolfsburg – und nun war’s in krasser Form in Frankfurt noch mal der Fall. Oder wie Trainer Bill Stewart es leicht sarkastisch ausdrückte: „Frankfurt hat einen Weg gefunden, noch einen Punkt zu holen – und wir haben einen Weg gefunden, einen Punkt zu verschenken.“

„Eine Minute Ausfall“

3:1 hatten die Adler im stimmungsvollen Derby bis zur 59. Minute geführt, der Kulisse in der ausverkauften Eissporthalle am Ratsweg getrotzt. „Man hat fast kaum etwas auf dem Eis gehört, so laut war es“, staunte Jungverteidiger Fabrizio Pilu. Ob es am Außenpegel und der kaum möglichen verbalen Kommunikation lag, dass es zu dieser „einen Minute Ausfall“ kam, wie es Stürmerkollege David Wolf nannte? Jedenfalls gelangen den Löwen kurz vor Schluss noch die Treffer zum 2:3 und 3:3. Immerhin: Im Penaltyschießen sicherte Torjäger Nigel Dawes den in der Overtime weitgehend wieder geordneten und auf ihren jungen Torwart Arno Tiefensee vertrauenden Gästen den Zusatzpunkt. Was Bill Stewart letztlich außerhalb der Kabine nach einem insgesamt packenden Spiel auch eher milde zu stimmen schien. Intern wird er aber die richtigen Worte finden zur vorweihnachtlichen Geberlaune seiner Mannschaft.

Wie wird das Wetter in Köln?

Die sich nun aber auf das nächste Spektakel vorbereiten wird – das Winter Game der Deutschen Eishockey-Liga am Samstag (16.30 Uhr), der Partie bei den Haien im Kölner Fußballstadion unter freiem Himmel. „Als Teilnehmer vergisst man so etwas sein ganzes Leben nicht“, weiß Bill Stewart. Im aktuellen Kader stehen in Sinan Akdag, Denis Reul, David Wolf und Matthias Plachta vier Akteure, die am 7. Januar 2017 schon beim Winter Game in der Sinsheimer Arena auf dem Eis standen; auch der heutige Assistenztrainer Marcel Goc war damals dabei. Es schneite leicht, auch Eisregen war dabei. „Ich hoffe, dass das Wetter so einigermaßen stimmen wird“, blickte David Wolf nun auf Köln voraus. Prognose am Mittwoch: kalt, aber trocken ...

Zwei Routiniers bleiben

Sicher ist, dass Wolf wie Kapitän Denis Reul (beide 33) den Adlern noch mindestens eine weitere Saison – bis 2024 – erhalten bleibt. Am Mittwoch verkündeten die Mannheimer diese und vier weitere Vertragsverlängerung. Der derzeit angeschlagen fehlende Stürmer Jordan Szwarz (31) und Torwart Florian Mnich (22) verpflichteten sich für zwei weitere Saisons; Goalie Arno Tiefensee sowie Verteidiger Arkadiusz Dziambor (beide 20) gar für je drei Jahre. Apropos Szwarz: Sein Einsatz entscheide sich „von Tag zu Tag“, betont Bill Sewart und stellt sinngemäß klar: Wären Play-offs, könnte der wichtige Kanadier spielen. Offenbar nichts Ernstes also.

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