Eishockey
Adler Mannheim: Ein flinker Hase namens „Rusty“
An Ilja Vorobiev werden sich viele Adler-Fans sicher noch erinnern, zumal der Deutsch-Russe inzwischen als KHL-Cheftrainer bei Metallurg Magnitogorsk eine zweite bedeutsame Karriere gemacht hat. Dmitri Kvartalnov und Igor Alexandrov blieben in Mannheim Eintagsfliegen. Auch, weil sie im Team doch eher isoliert schienen, irgendwie Einzelgänger waren. Das ist bei Iskhakov anders.
Ein famoses Solo
„Rusty“ nennen ihn die Kollegen freundschaftlich. Manchmal wirkt es, als hätten sie den kleinen Wirbelwind regelrecht ins Herz geschlossen – vor allem nach Auftritten wie am Mittwoch in Nürnberg. „Ich habe die Lücke gesehen“, gab der 21-Jährige zu Protokoll, als er die Entstehung seines Siegtreffers in der Verlängerung beschrieb. Lücke? Eine zurückhaltende Schilderung seines famosen Sololaufs samt Abschluss – wie ein Haken schlagender Hase an mehreren Jägern, sprich Gegenspielern, vorbei, stets den Puck sicher an der Kelle unter Kontrolle. „Rusty“, befand Trainer Pavel Gross lobend, „hat gezeigt, was er mit der Scheibe kann“.
Er und die Adler-Personalentscheider wussten das natürlich schon, als sie das große Talent im Sommer nach Mannheim lotsten. Und sie wussten, dass Iskhakov die Integration ins Team eher leicht fallen würde: Zwei Jahre im College-Team der Universität von Connecticut bürgten unter anderem dafür, dass der Russe ausgezeichnetes Englisches spricht. „Obwohl ich kein Wort konnte, bevor ich in die USA bin“, wie der gebürtige Moskowiter selbst zugibt.
In New York wird genau hingeschaut
Nach langer Verletzungspause kommt Iskhakov also in Fahrt. Der Siegtreffer in Nürnberg war schon sein zweiter „Gamewinner“. „Wir haben eine Reaktion gezeigt“, bewertete der trickreiche Mittelstürmer mit den flinken Beinen und Händen den Erfolg aus Mannschaftssicht nach den zuletzt zwei schlechten und verlorenen Spitzenspielen. Dass Neuzugang Markus Hännikäinen anstelle des Zockers Borna Rendulic an seine Seite rückte, gab ihm mehr defensive Sicherheit. So oder so: Die New York Islanders, die die NHL-Rechte an Iskhakov halten, werden genau hinsehen – auch am Freitag (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen die Bietigheim Steelers.