Eishockey RHEINPFALZ Plus Artikel Adler Mannheim: Der böse Geist klopft diesmal nur an

Das 1:0: Adler-Stürmer Stefan Loibl trifft.
Das 1:0: Adler-Stürmer Stefan Loibl trifft.

Gesprächsstoff im Überfluss gab dieses Eishockeyspiel, das die Adler Mannheim vor 8219 Zuschauern gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) gewannen, fürwahr nicht her. Eher schon das persönliche Unglück eines gerade erst frisch eingetroffenen Hoffnungsträgers.

Als Neuzugang Ryan MacInnis um exakt 15.48 Uhr - also schmale 52 Minuten vor Spielbeginn - von einem Adler-Mitarbeiter im Dienstwagen vor die Arena kutschiert wurde, war schon klar, dass der erst in der vergangenen Woche verpflichtete Mittelstürmer auf sein Heimdebüt in Mannheim noch etwas warten muss. Genauer gesagt vier bis sechs Wochen. „Mehr Pech kann man nicht haben“, befand stöhnend Adler-Sportmanager Jan-Axel Alavaara und tätigte diese Aussage nicht mit Blick auf das Spiel. Denn MacInnis zog sich „in seinem ersten Wechsel“, wie Alavaara berichtete, am Freitag beim 4:1-Erfolg in Augsburg eine Beinverletzung zu. Und der 26-Jährige ist ja schon selbst ein Nothelfer wegen der langfristen Verletzung Tyler Gaudets.

MacInnis’ großes Pech

Gleichwie, Alavaara stellte auf Nachfrage klar, dass die Adler nun nicht noch einmal kurzfristig reagieren. Der deutsche Spielermarkt gibt – weil zu dieser Zeit der Saison quasi nicht existent – ohnehin niemanden her, und wenn Verteidiger Joonas Lehtivuori wieder fit ist, sind ja nur noch zwei Ausländerlizenzen zu vergeben. Eine davon wird üblicherweise mit Blick auf die Play-offs im Notfall für einen Torwart freigehalten. Mit Galgenhumor antwortete Alavaara auf die nicht ernst gemeinte Frage, ob die beiden Assistenztrainer Marcel Goc (39) und Jochen Hecht (45) als Center reaktiviert werden können: „Ich habe sie schon gefragt ...“ War natürlich ebenfalls nicht ernst gemeint.

Nein, nun schlage die Stunde der jungen Spieler wie Taro Jentzsch („Er hat es verdient“) und überhaupt: „Wenn wir alle gesund sind, haben wir einen guten Konkurrenzkampf im Kader“, meinte Alavaara bitter lächelnd. Ja, wenn. Bis dahin allerdings bekommen natürlich Jungs wie Simon Thiel und Luca Tosto auf den Flügeln auch nicht allzu viel Eiszeit, wenn ihnen ein fester Center fehlt. Tosto beispielsweise hatte am Sonntag mit Ablauf seiner zweiten Strafe im Mittelabschnitt mehr Minuten auf der Bank als auf dem Eis verbracht.

Ein guter Start

Die Geschichte des Spiels – tabellarisch gesehen eine Spitzenpartie – ist indes schnell erzählt. Es ließ sich aus Mannheimer Sicht gut an, als Matthias Plachta seinen Sturmreihenkollegen Stefan Loibl schon nach drei Minuten perfekt bediente und der Schweden-Rückkehrer fast mühelos zum 1:0 einschoss. Loibl wusste später aber auch: „Wir können uns ein bisschen bei Felix bedanken.“ In der Tat rettete Torwart Brückmann den Adlern gerade im ersten Drittel, aber auch in einer Unterzahlsituation im zweiten Abschnitt die knappe Führung, die immerhin ausgebaut werden konnte. Den von Korbinian Holzer abgefeuerten Puck fälschte Nigel Dawes clever ab, das 2:0 (35.).

Trainer Bill Stewart hatte seine Mannschaft in der ersten Drittelpause daran erinnert, dass der vertriebene böse Geist des unglücklichen Saisonstarts „jederzeit wiederkommen kann, wenn man es zulässt“. Mit Erfolg, die Adler brachten die Partie glanzlos, aber seriös zu Ende - sechster Sieg in Folge.

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